Produktive Verunsicherung
Irgendetwas stimmt nicht. Den Eindruck gewinnt man schnell bei Inszenierungen von Susanne Kennedy. Herauszufinden, woran das liegt, ist dagegen nicht so einfach. Doch genau dadurch entsteht der seltsame Sog dieser Arbeiten, mit denen die deutsche Regisseurin mit englischem Namen und Studium an der Amsterdamer Hogeschool voor de Kunsten seit einigen Jahren das Publikum in Bann schlägt – oder vor den Kopf stößt. Selten, dass eine neue Regiehandschrift auf Anhieb so unverwechselbar erscheint und dabei solche Brisanz erzeugt.
Zuletzt wurde sie gleich zweimal hintereinander zum Berliner Theatertreffen eingeladen – mit «Fegefeuer in Ingolstadt» von Marieluise Fleißer und «Warum läuft Herr R. Amok?» nach dem Film von Rainer Werner Fassbinder und Michael Fengler (beides Produktionen der Münchner Kammerspiele). Bilder und Atmosphäre gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf, und was beim ersten Sehen eine unbehaglich faszinierende Irritation und bei manchen auch unwillkürliche Abwehr hervorruft, wirkt lange nach und lässt gewohnte Ansichten auf einmal fragwürdig erscheinen.
Da sind zunächst die Räume, die zum einen sehr banal und gleichzeitig in ihrer aseptischen, manchmal mittels ...
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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Akteure, Seite 5
von Silvia Stammen
Auen und Wiesen, Paddelboote mit bemützten Männern schlagen kleine Wellen in das ruhige Wasser, die «Weiße Flotte» bringt Eltern mit ihren Kindern in frisch gestrichenen Schiffen an verträumte Orte mit Ausflugslokalen und ganzjährig genutzten Campingplätzen.
Beschaulich, behaglich oder gar betulich sind nicht die üblichen Adjektive für die neue Dramatik, und somit...
Am 16. März starb in Basel im 89. Lebensjahr der Schauspieler Buddy Elias. Sein letzter Hauptberuf war von 1996 an die Präsidentschaft des vom Vater Anne Franks 1963 in Basel gegründeten Fonds. Nach dem Tod seines Onkels Otto Frank betrachtete der Schauspieler die Erinnerung an seine Cousine und deren Geschichte als seine zentrale Lebensaufgabe; er verstand die...
In der Aprilausgabe von Theater heute wird in dem Artikel «Coppola Calling?» die Rolle des Suhrkamp Theaterverlages im aktuellen «Baal»-Konflikt wie folgt bewertet: «Zuständige Vertreter der Theaterabteilung beteuern seit Jahren hinter nicht mal vorgehaltener Hand, für wie abwegig sie die strikte Erbenposition halten, die sie vertraglich vertreten müssen;...
