Pleased to meet you
Mephisto wohnt in der Teisenberggasse 11. Aus dem öligen Haar wachsen ihm Hörner, der offene Bademantel gewährt Einblick auf einen imposanten Bauch und einen schwarzen Slip. Pleased to meet you: Der Teufel ist in Feierlaune, und wir sind heute seine Gäste. In Reih und Glied stehen wir an der Hausmauer und nippen an den milchig weißen Drinks, die uns gereicht wurden. Unser schmieriger Gastgeber macht ein wenig Smalltalk. Eine Besucherin bittet er, einen Schluck zu nehmen und ihn damit anzuspucken.
Cheers!
Die Szene ist der Salzburger Stadtteil Maxglan, eine relativ charmelose Wohngegend in Flughafennähe. In einem leer stehenden Einfamilienhaus hat das Kollektiv Signa hier für das Young Directors Project der Salzburger Festspiele die Inszenierung «Das ehemalige Haus» entwickelt. In vier Kleingruppen werden die Besucher (20 pro Vorstellung) zweieinhalb Stunden lang von bleich geschminkten «Erinnyen» durch das Haus geführt. Das Haus, so erfahren wir, ist voriges Jahr abgebrannt. Was wir sehen, sind also Untote, Gespenster. Der Garten hinterm Haus ist ein Massengrab.
«Es ist ein Vergewaltigungshaus», raunen die Erinnyen. «Ein Schmerzenshaus, ein Irrsinnshaus.» Und sie haben nicht zu ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Festivals, Seite 7
von Wolfgang Kralicek
Aufführungen
Mit einem selbstbewussten Schauspielertheatersalut eröffnet Martin Kusej seine Intendanz am Münchner Residenztheater: Arthur Schnitzlers «Das weite Land» wurde vor ziemlich genau 100 Jahren ebendort und gleichzeitig an acht anderen Theatern uraufgeführt. Schlag auf Schlag geht es weiter u.a. mit Inszenierungen von Frank Castorf (Horváths «Kasimir und...
Der «bedeutendste Theatermann der Schweiz», als den Thomas Blubacher den langjährigen Zürcher Theaterdirektor Oskar Wälterlin in seiner Biografie beschreibt, ist Wälterlin weder zu seinen Lebzeiten noch vor 50 Jahren gewesen, als ihm das in so manchem Nachruf attestiert wurde; allenfalls war er, wie ihn Rolf Liebermann aus Opernintendantensicht titulierte, «die...
Vielleicht sollte man Macbeth einmal zur Abwechslung als frühen Kulturkritiker verstehen. Jedenfalls befindet er sich im dritten Akt, vierte Szene, an einem ungewöhnlichen Punkt der Erkenntnis. Er hat an dieser Stelle des Dramas bereits König Duncan und dessen Diener erstochen, um sich selbst die Krone aufzusetzen, dann den Freund Banquo ermorden lassen, andere...
