Pleased to meet you
Mephisto wohnt in der Teisenberggasse 11. Aus dem öligen Haar wachsen ihm Hörner, der offene Bademantel gewährt Einblick auf einen imposanten Bauch und einen schwarzen Slip. Pleased to meet you: Der Teufel ist in Feierlaune, und wir sind heute seine Gäste. In Reih und Glied stehen wir an der Hausmauer und nippen an den milchig weißen Drinks, die uns gereicht wurden. Unser schmieriger Gastgeber macht ein wenig Smalltalk. Eine Besucherin bittet er, einen Schluck zu nehmen und ihn damit anzuspucken.
Cheers!
Die Szene ist der Salzburger Stadtteil Maxglan, eine relativ charmelose Wohngegend in Flughafennähe. In einem leer stehenden Einfamilienhaus hat das Kollektiv Signa hier für das Young Directors Project der Salzburger Festspiele die Inszenierung «Das ehemalige Haus» entwickelt. In vier Kleingruppen werden die Besucher (20 pro Vorstellung) zweieinhalb Stunden lang von bleich geschminkten «Erinnyen» durch das Haus geführt. Das Haus, so erfahren wir, ist voriges Jahr abgebrannt. Was wir sehen, sind also Untote, Gespenster. Der Garten hinterm Haus ist ein Massengrab.
«Es ist ein Vergewaltigungshaus», raunen die Erinnyen. «Ein Schmerzenshaus, ein Irrsinnshaus.» Und sie haben nicht zu ...
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Theater heute Oktober 2011
Rubrik: Festivals, Seite 7
von Wolfgang Kralicek
Am Abend, der Tag hält sich jetzt schon wieder etwas länger, sitzen die Männer um den großen Küchentisch herum und machen Brotzeit. Ihr Gespräch dreht sich um den Traktor, den der Seewirt, dieser furchtbar zögerliche Mensch, nun vielleicht doch noch in diesem Frühjahr kaufen wird.
Der Finsterle will mir einen Lanz verkaufen, das wäre momentan der angesagte Bulldog,...
Sonntag, 2.
10.00, arte: Der Hässliche – von Marius von Mayenburg, mit Frédéric Cherboeuf, Delphine Cogniard u.a., Regie Denis Caiozzi. Aufzeichnung aus dem Théâtre de Grenoble (2011)
Montag, 3.
13.05, arte: Max Frisch, Citoyen – französischer Dokumentarfilm (2008) von Matthias von Gunten
16.15, arte: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben – Fernsehfilm (2009) von Michael...
Gegen die Idee gibt es gar nichts einzuwenden: die amerikanischen Großstadtneurotiker aus Woody Allens Film «Husbands and Wives» mit Tschechows russischen Landneurotikern aus der «Möwe» zu vermengen. Zweimal in Lethargie und erotischen Projektionen auf blutjunge Mädchen dahinsiechendes Bildungsbürgertum, larmoyante Dekadenz des Geistes und der Glieder, lange...
