Planet Aura
Des Menschen Aufbruch zu neuen Ufern kann grandiose Entdeckungen, blühenden Handel und bahnbrechende Erkenntnisse zur Folge haben. Meistens und zuallererst bewirkt er aber auch: Gewalt und Chaos. Und sei es nur das Gefühlschaos, das Francesco Cavallis barocke Oper «La Didone» (1641) in wohlgesetzten Arien anrichtet. Als der trojanische Prinz Aeneas auf dem langen Weg nach Italien in Afrika an Land geht, verliebt sich Dido, die verwitwete Königin von Karthago, unsterblich in ihn. Die Trauernde arrangiert eine Bärenjagd, um den Fremden diskret in einer Höhle zu vernaschen.
Der aber zieht, zu Höherem berufen, sofort weiter. Dido will sich das Leben nehmen. Doch Jarbas, ein bis dahin unerhörter Verehrer aus dem Nachbarreich, rettet die Königin und lebt bis in alle Zeiten glücklich mit ihr fort.
Während der mobile Mensch im italienischen Barock Emotionen in Wallung versetzt, sieht die Italo-Science-Fiction der 1960er Jahre in ferner Zukunft biologisches Identitätschaos wüten. Bei einer Expedition zum fremden Planeten Aura, die Mario Bavas Film «Planet der Vampire» (1965) schildert, verschwindet das irdische Raumschiff Galliot in dessen Atmosphäre. Das Schwesterschiff Argo wird zur ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Markus Scheumann und Nadine Geyersbach, zwei der auffälligsten Akteure des Düsseldorfer Ensembles, spielen Kasimir und Karoline – und bleiben leider hinter ihren Möglichkeiten zurück. Beide begnügen sich mit infantilen Trotzgesten, Karoline hält sich an ihrem großen Teddybären fest, während Kasimir so steif und verkrampft über die Wies’n stolziert, als hätte er den...
Theater heute Die internationale Arbeit des Goethe-Instituts betraf lange Zeit vor allem die Organisation von Gastspielen. Das ist schon länger nicht mehr ausschließlich so. Was hat sich da in den letzten Jahren verändert?
Martin Berg Wir legen mehr Wert auf konkrete Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Ländern. Aus diesen Kooperationen können beispielsweise...
Eine gehörige Portion Frechheit gehöre schon dazu, räumt Tristan Vogt ein und ordnet auf dem wackligen Campingtisch die Welt neu. Es ist Kafkas Welt in diesem Fall, aber das sieht man der Szenerie eigentlich gar nicht an. Klischees haben auf der Resopalplatte sowieso keinen Platz. Das Schloss, um das es hier gehen soll, muss man sich auch denken; das Dorf besteht...
