Oblomow in Manhattan

nach Ottessa Moshfegh «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» am Schauspielhaus Graz

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Für ihren Bestseller «My Year of Rest and Relaxation» (2018) hat die amerikanische Schriftstellerin Ottessa Moshfegh eine Figur geschaffen, die es in Sachen Passivität mit dem berühmten russischen Romanhelden Oblomow aufnehmen kann. Wie dieser würde sich auch Moshfeghs namenlose Ich-Erzählerin am liebsten nur in ihrem Bett aufhalten.

Die junge, attraktive, finanziell unabhängige Kunsthistorikerin aus New York empfindet grenzenlose Leere, zieht sich in ihr Appartement an der Upper East Side zurück und entwickelt die fixe Idee, dass nur ein ganzes Jahr des vollkommenen Rückzugs sie wieder auf die Beine bringen könne.

Dr. Tuttle, ihre einigermaßen durchgeknallte Psychiaterin, verschreibt ihr immer neue, immer härtere Schlafmittel. Hin und wieder schaut die beste Freundin Reva vorbei und versucht vergebens, sie zum Ausgehen zu überreden. Die meiste Zeit dämmert sie vor sich hin und schaut sich die selben paar Filme an, und zwar auf VHS-Kassette (was schon im Jahr 2001, in dem der Roman spielt, nicht mehr zeitgemäß war). «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» holt nicht nur Gontscharows «Oblomow» aus dem 19. ins 21. Jahrhundert; die empathielose Heldin ist auch eine Verwandte von Patrick ...

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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Wolfgang Kralicek

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