Oblomow in Manhattan
Für ihren Bestseller «My Year of Rest and Relaxation» (2018) hat die amerikanische Schriftstellerin Ottessa Moshfegh eine Figur geschaffen, die es in Sachen Passivität mit dem berühmten russischen Romanhelden Oblomow aufnehmen kann. Wie dieser würde sich auch Moshfeghs namenlose Ich-Erzählerin am liebsten nur in ihrem Bett aufhalten.
Die junge, attraktive, finanziell unabhängige Kunsthistorikerin aus New York empfindet grenzenlose Leere, zieht sich in ihr Appartement an der Upper East Side zurück und entwickelt die fixe Idee, dass nur ein ganzes Jahr des vollkommenen Rückzugs sie wieder auf die Beine bringen könne.
Dr. Tuttle, ihre einigermaßen durchgeknallte Psychiaterin, verschreibt ihr immer neue, immer härtere Schlafmittel. Hin und wieder schaut die beste Freundin Reva vorbei und versucht vergebens, sie zum Ausgehen zu überreden. Die meiste Zeit dämmert sie vor sich hin und schaut sich die selben paar Filme an, und zwar auf VHS-Kassette (was schon im Jahr 2001, in dem der Roman spielt, nicht mehr zeitgemäß war). «Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» holt nicht nur Gontscharows «Oblomow» aus dem 19. ins 21. Jahrhundert; die empathielose Heldin ist auch eine Verwandte von Patrick ...
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Theater heute November 2024
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Wolfgang Kralicek
Stressfrei ist Stefan Bachmanns Start an der Burg nicht über die Bühne gegangen. Einige der ersten Premieren seiner Direktion waren vom Pech verfolgt. Für den Eröffnungs-«Hamlet» (TH 10/2024) hatte der angekündigte Star, Ifflandring-Träger Jens Harzer, schon vor dem Sommer abgesagt. Zum Premierenapplaus kam Regisseurin Karin Henkel dann auch noch mit Beinschiene...
Die Spielzeit hatte kaum begonnen, schon liefen wir einem Apostel der FROHEN BOTSCHAFT in die Arme. Als engagierte Dramaturgin am Theater hatte sie im Sommer gleich mehrere internationale Theaterfestivals besucht und war mit positiver Energie vollgepumpt wie ein:e Kraftsportler:in aus love lies bleeding: Fast 52 Prozent der Menschen in Europa glauben noch an die...
AALEN, THEATER
17. Ende, Momo
R. Tonio Kleinknecht
23. von Kürthy, Mondscheintarif
R. Julius Max Ferstl
AACHEN, DAS DA THEATER
1. Hollendieck, Karaoke für zwei
R. Maren Dupont
14. Strauch, #DieWelle24
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
15. Maeterlinck, Der blaue Vogel
R. Helga Lázár
16. nach Poe, Der Untergang des Hauses Usher
R. Wilke Weermann
ALTENBURG/GERA, THEATER
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