Nachruf Käthe Reichel
Der Ruhm der frühen Jahre hat Käthe Reichel zeitlebens nicht losgelassen. Mit 24 Jahren an Bertolt Brechts gerade entstehendes Berliner Ensemble engagiert, 1952 das Gretchen im «Urfaust», später im «Kaukasischen Kreidekreis» und «Guten Mensch von Sezuan» und wohl auch Brechts letzte Geliebte. Die kleine Frau mit der hellen Stimme und (oft) Baskenmütze umgab immer eine Aura des Edelrevolutionären und der DDR-Staatskünstlerin, obgleich sie mit Kritik am realexistierenden Sozialismus nicht gespart hat.
Sie hat den Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnet und sprach am 4. November 1989 auf der Großdemonstration am Berliner Alexanderplatz. Seit 1960 gehörte sie zum Ensemble des Deutschen Theaters und arbeitete u.a. mit Benno Besson, Adolf Dresen und Thomas Langhoff.
Sie starb im Alter von 86 Jahren in ihrem Häuschen in Buckow, einen Steinwurf von Brechts letztem Domizil entfernt.
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Dezember 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von
Beim Einlass: Ein Knabe auf dem Thron, der versonnen auf seinem Handy spielt, während die Krone auf seinem Schoß liegt. Um ihn herum, auf Klappsitzen, ehrenwerte Lords in ihren Roben. Die Wandvertäfelung des Bochumer Schauspielhauses hat die Bühnenbildnerin Magda Willi in einer Spanholzversion auf die Vorbühne verlängert. Das britische Parlament: Das sollen...
Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet», steht auf der ersten von 276 Postkarten, die das Ehepaar Quangel in den Jahren 1940 bis 1942 wie Flugblätter in Berliner Mietshäusern auslegt. Ganze achtzehn davon, erklärt der Gestapo-Kommissar Escherich dem Widerständler Otto Quangel nach dessen Verhaftung, seien nicht bei ihm abgeliefert worden. «Achtzehn Karten!»,...
Nein, «der Frank» habe damit nichts zu tun, meint Hendrik Arnst alias Jaroslaw Iljitsch alias typischer russischer Kleinbürger voll bauernschlauer Schlitzohrigkeit ganz zum Schluss. Der Frank sei ein alter Mann und sowieso seit drei Jahren in Bayreuth, wo die Opern-Welt im Sommer Castorfs «Ring» erwartet.
Ganz so unbeteiligt wird Frank Castorf an seiner jüngsten...
