Nachruf: Ein Meister der Verbohrtheit
Wenn der zu häufig gebrauchte Begriff «Ausnahmeschauspieler» auf einen Darsteller zutraf, dann auf den zwei Wochen nach seinem Geburtstag im Alter von 78 Jahren verstorbenen Dieter Laser. Er wurde 1942 in Kiel geboren. Sein Vater fiel im Juni 1943 bei einem «Himmelfahrtskommando» an der Ostfront, zu dem er wegen seiner christlichen Überzeugung abkommandiert worden war. Mutter Laser wurde mit ihren beiden Kindern nach Rothenburg ob der Tauber evakuiert, wo sie im April 1945 von amerikanischen Soldaten aus einem brennenden Luftschutzkeller gerettet wurden.
Dieter Laser erkrankte an TBC, seine Mutter konnte ihn mit Unterstützung einer Hamburger Christlichen Gemeinde zur Genesung in ein Schweizer Sanatorium bringen.
Den christlichen Glauben seiner Familie lehnte der dann in Hamburg aufwachsende Dieter Laser ab. Auf Betreiben seiner Mutter musste er vom Gymnasium abgehen, «weil Studieren den Glauben verdirbt». Er zog einen «Pakt mit dem Teufel» vor und begann ein Schauspielstudium, das er mit Arbeit als Hotelboy und als Statist am Hamburger Deutschen Schauspielhaus finanzierte, 1960 aber, trotz bestandener staatlicher Zwischenprüfung, nach einem Jahr abbrach.
Förderin Therese ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2020
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Klaus Völker
Julia Riedler war über die letzten fünf Jahre im Ensemble der Münchner Kammerspiele und hat den Erfolg des Theaters mitgeprägt: ein Porträt
Pat To Yans «Eine kurze Chronik des künftigen China» könnte sich schon bald als Prophezeiung einer neuen Weltordnung erweisen: der Stückabdruck
Michael Billington, der legendäre Theaterkritiker des Londoner «Guardian», zieht...
Der alte weiße, dazu noch amerikanische Mann, Hochrisiko per se, ist in diesen Zeiten der stacheligen Teilchen, die unser Leben auf nie gekannte Weise lahmlegen, noch schwerer zu ertragen als sonst. Insbesondere in Gestalt des karikaturesken Inbegriffs dieser gerne toxisch genannten Männlichkeit, die gerade Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist. Jenes...
Der Berliner Kultursenator machte den Bühnen kurz vor Ostern schon mal Mut: «Kulturbetriebe waren die Ersten, die schließen mussten», sagte Klaus Lederer, «und werden vermutlich die Letzten sein, die wieder öffnen.» Wie lange es tatsächlich noch dauern wird, bis Theater wieder zu einem halbwegs geregelten Spielbetrieb zurückkehren können, ist derzeit noch unklar....
