Nachruf: «Der gute Geist all ihrer Künstler*innen»
Einer der letzten Eindrücke von Maria Magdalena Ludewig, bei der Eröffnung der Wiesbaden Biennale 2018 (s. TH 10/2018): Fiebrig, blass, hochenergetisch federte sie auf dem Grün, über das gerade im Auftrag des Künstlers Santiago Sierra ein Trecker gerast war, um einen mächtigen Zaun zu entfalten.
Die Eröffnung der Biennale war ein veritables Feuerwerk, sie fand in enger Taktung an zahlreichen Orten in der Stadt statt und endete auf dem Dach eines abgerockten Parkhauses, wo nicht nur die Kulturschickeria den obligatorischen Reden beiwohnte, sondern auch Fahrradaktivisten, eine Gruppe blutjunger Cheerleader und ein Hundeclub – vermutlich engagiert von den Kurator*innen. Die Biennale wurde 2018 zum Stadtgespräch mit ihrem spartenübergreifenden Programm unter dem Thema «Bad News»; mit der Aufstellung einer goldenen Erdogan-Statue schaffte sie es sogar in die internationalen Medien. Man hoffte bereits auf eine Biennale 2020, darauf, dass die Kurator*innen Ludewig und Martin Hammer sich nicht so rasch wegwerben lassen aus Wiesbaden, und dann diese schockierende, traurige Nachricht: Am Silvesternachmittag ist Maria Magdalena Ludewig tödlich verunglückt. An der Küste Fuerteventuras wurde ...
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Theater heute Februar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Esther Boldt
Roberto Ciulli «Clowns unter Tage» Vögel zwitschern, Mücken sirren: Über der Erde ist die Natur noch intakt in den Ruhrgebiets-Auen. Mit Stühlen und Sonnenschirmen kommen nach und nach die weißgeschminkten Gestalten als elegante Sommerfrischler herein, auf dem Weg zur trügerischen Sonntagsfeier von Wollust und Faulheit. Albert Bork als Bobo liegt in der Sonne und...
Aufführungen
«Is einer zäh, muß er gebeitzt werd’n; wennst ein’n Aufgeblasenen erwischst, die sind nur zu vertragen, wenn s’ in a rechte Soß kommen; und Spicken, ordentlich Spicken is bey alle Naturen gut, weil es Alle feiner und milder macht.» Dieser schöne Menschen-Rezeptvorschlag steht in Johann Nepomuk Nestroys «Häuptling Abendwind», eine Komödie aus der...
Es gibt derzeit kaum ein Stück, das in derart simplen Lehren aufzugehen scheint wie «Macbeth» von Shakespeare. «Blut will Blut», wie es in der verdunkelten Fassung von Heiner Müller (aus dem Jahr 1972) heißt. Oder auch: «Himmel und Hölle haben einen Rachen / Mein Tod wird Euch die Welt nicht besser machen.» Allerorten wird gerade die Öffnung dieses Höllenrachens...
