Mit dem Rücken zur Wand
Gemeinsam arbeiten konnten wir eigentlich nur in London.» Einat Weizman spricht bedrohlich ruhig auf der Bühne des Hebrew-Arabic Theater in Jaffa. Sie blickt zu ihrem arabischen Counterpart Issa Amru, der aber nicht selbst hier stehen kann, sondern durch einen Schauspieler verkörpert werden muss. Der palästinensische Menschenrechtler sitzt an diesem Abend vermutlich in seinem Haus in Hebron. Sie ist Regisseurin, Schauspielerin und Autorin, die sich israelisch-palästinensischem Dokumentartheater verschrieben hat.
Hier im alten historischen Stadtkern zwischen ottomanischen Mauern und dem großen Dauerflohmarkt vor den Toren des von Jahr zu Jahr mehr stahlglasglitzernden Tel Aviv gibt es diese kleine Oase jüdisch-muslimischen Zusammenkommens. Wobei der Name des Theaters genau dieses Label zu vermeiden versucht und die Sprachen, nicht die Kulturen, und schon gar nicht die Religionen in den Fokus stellt. Doch natürlich liegt der politische Anspruch auf der Hand, das Ansinnen nach Dialog, die Hoffnung auf gegenseitige Empathie in einem Konflikt, der in den letzten Jahren mehr und mehr verhärtete Fronten hervorgebracht hat.
Die Wahl der neuen Regierung mit dem von Korruptionsskandalen ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: International, Seite 44
von Torben Ibs
Ist es ein Versöhnungsangebot? Oder doch eher der Wunsch, ihm eine Lektion zu erteilen? Dass Yara Tony zu ihrer Hochzeit mit Sebastian eingeladen hat, ist durchaus erstaunlich. Immerhin wurde vor zwölf Jahren seinetwegen Sebastians Vater festgenommen, und Yara übergriffig an -gemacht hat er auch. Okay, trotzdem waren sie alle mal Teil desselben Freundeskreises in...
Das ist doch mal konsequent: Sie habe «keine Lust mehr gehabt auf das eitle Kulturgedöns in der Hauptstadt», gibt die ehemalige Museumskuratorin Theta zu Protokoll. Und im Gegensatz zu vielen anderen Unlustbekennerinnen und -bekennern, die das «Gedöns» dann trotzdem noch jahrzehntelang weiter reproduzieren, hat Theta tatsächlich den Ausstieg vollzogen. Sie ist ins...
Die «Mitbürger» haben sich richtig Mühe gegeben. Extra eine Theke aufgebaut mit Bier und Wein, das erste Getränk gibt’s gratis, dazu kleine Tische auf der Bühne, prominent platziert sogar ein Sofa und emsiges Gerenne und Ge -grüße. Bei aller freudigen Amateurgastronomie, Aufgeschlossenheit und Überschussfreundlichkeit präsentieren sich die sehr bemühten Gastgeber...
