Mit dem Faust in die Welt schlagen

Das letzte Kunstfest Weimar unter der Leitung von Rolf C. Hemke bezieht politisch Position und setzt auf den örtlichen Klassikerheld

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Es ist ein Abschied mit Ansage. Rolf C. Hemke wird nach seiner siebten Ausgabe das Kunstfest Weimar verlassen und ab Herbst als Intendant in Greifswald die Geschicke des Theaters Vorpommern leiten. Zum Abschluss geht er noch einmal richtig an Weimars Kern: vier Mal «Faust». So erarbeitet das Kinderund Jugendtheater Stellwerk unter der künstlerischen Leitung von Till Wiebel eine ganz eigene Fassung von «Faust II», und zum Ende darf William Kentridge noch einmal seinen «Faust in Africa!» zeigen, den der Südafrikaner bereits 1995 für das Kunstfest erarbeitet hat.

Brett Baileys «FaustX»-Mummenschatz
Auch der Start geht an einen Südafrikaner und an Faust. Brett Bailey inszeniert seinen «FaustX» als groteskes Maskenspiel. Schon zu Beginn steht das gesamte Ensemble, gekleidet wie Arbeiter:innen der 1920er Jahre, auf der Bühne und signalisiert den zeitlichen Rahmen. Stilecht geht es dann bald weiter mit dem Prolog im Himmel als Stummfilm. Das puppenhafte, expressive Spiel auf der Leinwand setzt sich in den Menschenpuppen fort, und Bailey, der sich eigentlich schon von der Kunst verabschiedet hatte, um seinen Lebensunterhalt mit Landschaftsgärtnerei zu verdienen, setzt all seinen ...

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Theater heute Oktober 2025
Rubrik: Festivals, Seite 25
von Torben Ibs

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