Metropolendämmerung
Im Vergleich zu den Nachbarstädten Mannheim und Heidelberg ist Ludwigshafen kulturelles Entwicklungsland. Man sollte im Prinzip also einverstanden sein, wenn der ortsansässige Chemiegigant kurz ins Portemonnaie greift und ein kleines Theaterfestival spendiert.
Die «Festspiele Ludwigshafen», mit denen Hansgünther Heyme den ansonsten eher schmalen Gastspielbetrieb im Ludwigshafener Pfalzbau aufwertet, gibt es derzeit zum dritten Mal und in einer Stadt, die dank der Steuergelder aus dem Hause BASF zwar zu den begüterteren Kommunen gehören sollte, sich aber nie ein eigenständiges Ensemble- und Repertoiretheater leistete – schon gar nicht, als der Chemie-Multi im Zuge der Globalisierung seine Überschüsse «global» abschreiben konnte und der Gewerbesteuerstrom versiegte. Da konnte die Stadt nicht einmal mehr ansatzweise an Kultur denken, während die BASF selbst in die Offensive ging und unter anderem die Festspiele spendierte, die Hansgünther Heyme Mitte Oktober mit der Uraufführung von Mohamed Kacimis «Heiliges Land» eröffnete (siehe S. 50 in diesem Heft).
Das Stück des Algeriers spielt im Niemandsland eines besetzten Territoriums, spiegelt den israelisch-palästinensischen Konflikt und ...
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