Mehr Fleisch, weniger Labor

Haiko Pfost hat sieben Jahre das Freie-Szene-Festival Impulse in NRW geleitet. Ein Gespräch über mehr Spektakel in der Freien Szene, den Mythos vom Publikumsschwund und steigende Kosten

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Theater heute Sieben Jahre Impulse-Festivalleitung – das heißt auch, Sie haben einen exzellenten Überblick über die Freie Szene. In diese sieben Jahre ist die Pandemie als Einschnitt gefallen, einerseits mit Zwangspausen, andererseits auch mit der Entwicklung potenziell neuer Förderstrukturen.

Wie geht’s der Freien Szene jetzt ökonomisch – und welche Auswirkungen hat das auf die Kunstproduktion? 
Haiko Pfost In der Pandemie gab es Sondermittel, mit denen auch viele Formate ermöglicht wurden, die sonst gar nicht produziert worden wären. Man hatte plötzlich neue Freiräume zu recherchieren, Projekte zu entwickeln, weil Auftritte gar nicht möglich waren. Es war auch eine Wirtschafts- und Infrastrukturförderung, die endlich Prozesse in Gang gesetzt hat, die früher nicht unbedingt finanziert worden sind. Etwa den Trend zur Digitalisierung mit digitalen Programmen. Wir haben 2020 als eine der ersten eine digitale Festivalausgabe realisiert, auch da wurde viel ausprobiert und experimentiert. Es gab viele Anstrengungen der Bundes- und Landesverbände für Mindestgagen, die Einführung sozialer Standards. Da hat sich auf jeden Fall einiges verbessert. Gleichzeitig blieb die Pandemie nicht die ...

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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Freie Szene, Seite 36
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