Lichtklang

Das Cloud Gate Dance Theatre sucht mit «Sounding Light» Resonanz und transzendente Verbindung

Tanz - Logo

Warum sind tanzende Menschen so oft stumm? Man muss ja nicht gleich gesprochene Worte in einer Tanzperformance erwarten, aber wo bleiben eigentlich Summen, Schnaufen und Keuchen? Sollten solche Geräusche komplett aus den Vorstellungen verbannt werden? Anstatt stimmlos zu sein, erforscht «Sounding Light» vom taiwanesischen Cloud Gate Dance Theatre die Zusammenhänge zwischen Geräuschen und Körperbewegungen, indem es akustische Déjà-vus mit hohem Wiedererkennungswert miteinander verknüpft.

Die Laute und Geräusche in «Sounding Light» entspringen den Stimmbändern und den auf- und gegeneinanderschlagenden Körperteilen der Tänzer*innen. Doch anders als das unwillkürliche Mitsummen, das man etwa vom Pianisten Glenn Gould kennt, sind diese Geräusche nicht nur beabsichtigt, sondern ausgeklügelt konzipiert: Der kreative «Sound and Voice»-Score des Komponisten Chang Shiuan trifft auf eine persönliche Caprice des Choreografen Cheng Tsung-lung, seit 2020 Künstlerischer Leiter des Cloud Gate Dance Theatre: Im Programmheft heißt es, dem Choreografen sei im April jenes Jahres eine kühne Idee gekommen. Was, fragte er sich, wenn «die schroffen Felsen, die geschwungenen Bergpässe und die steilen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 4
von Poe Chen

Weitere Beiträge
Toula Limnaios «La Nef des Fols»

 

Die Choreografin Toula Limnaios und der Komponist Ralf R. Ollertz sind ein Match: Die Kompanie, die sie gemeinsam in Berlin aufgebaut haben, zählt zu den ganz wenigen, die mit einer eigenen Spielstätte aufwarten können. Die «Halle», ehemals sportlich bespielt und in unmittelbarer Nähe des einstigen Mauerverlaufs gelegen, ist an sich schon einen Vorstellungsbesuch...

Melissa King «A Chorus Line»

Am Anfang sind sie nur eine Nummer und träumen davon, sich eine Rolle in einem neuen Broadway-Stück zu ertanzen. Junge und nicht mehr ganz so junge, auf jeden Fall engagierte und ehrgeizige, mitunter auch verzweifelte («Verdammt, ich brauch den Job, ich hoff, ich krieg den Job») Tänzerinnen und Tänzer. Und damit ist auch der Zuschauer gleich mittendrin in der...

Rita Mazza - Gebärdenpoesie

Wenn Rita Mazzas Darstellungen mit einem Wort bezeichnet werden müssten, wäre es «genau» – das «genau», bei dem sich in Gebärdensprache der Unterkiefer anspannt und ein imaginärer Faden zäh mit beiden Daumen und Zeigefingern gespannt durch die Luft führt. Aber zäh ist es nicht, was man sieht. «Matters of Rhythm» ist Mazzas erste Arbeit, bei der sich der Eindruck...