Leserbrief
In der Aprilausgabe von Theater heute wird in dem Artikel «Coppola Calling?» die Rolle des Suhrkamp Theaterverlages im aktuellen «Baal»-Konflikt wie folgt bewertet: «Zuständige Vertreter der Theaterabteilung beteuern seit Jahren hinter nicht mal vorgehaltener Hand, für wie abwegig sie die strikte Erbenposition halten, die sie vertraglich vertreten müssen; andererseits wagen sie keine echte Gefährdung ihrer Verlagsrechte, weil sie national und international an Brecht immer noch eine Menge Geld verdienen. Die Kaufmannstugend schlägt hier allemal das ästhetische Gewissen.
»
Dazu muss ich klarstellen, dass seit Beginn meiner Tätigkeit als Leiter von Suhrkamp Theater & Medien im Jahr 2011 kein Gespräch zwischen «Theater heute» und dem Theaterverlag über das Thema Brecht/Urheberrecht stattgefunden hat. Die Darstellung entspricht – was meine Mitarbeiter und mich betrifft – nicht den Tatsachen.
Brechts Werke werden international vielfältig rezipiert. Wir sind täglich mit der weltweiten Lizensierung von Brecht-Inszenierungen beschäftigt, sorgen für inhaltliche Kommunikation und vertragliche Absicherung. Ich führe über die urheberrechtlichen Konflikte der letzten Jahre aus guten Gründen ...
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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Frank Kroll
Unerträglich lange Umarmung
Aus dem Russischen von Stefan Schmidtke
Die physikalischen Gesetze haben für alle Beobachter, die sich mit konstanter Geschwindigkeit bewegen, also keiner Beschleunigung unterliegen, dieselbe Gestalt.
Relativitätsprinzip der speziellen Relativitätstheorie, Albert Einstein
Siehst du den blauen Punkt, mein Sohn? Geh da hinein.
...
Noch in ihrem letzten Gespräch mit der amerikanischen Performance-Künstlerin Annie Dorsen kurz vor ihrem Tod hielt Judith Malina an ihrem unbedingten Begriff von politischem Theater fest: «Es gibt zwei Klassen von Leuten im Theater: die Performer und die Zuschauer. Und das Verhältnis zwischen ihnen ist politisch. Wir haben viele Jahre darüber geredet und sind zu...
Zunächst einmal konnte sich der Gesprächsgegenstand ordentlich auf die Schulter klopfen: Kaum ein Zuschauer, der zur Diskussionsveranstaltung «Die Publikumsmaschine» in der Berliner Akademie der Künste am Hanseatenweg erschienen war, dürfte sich je ein derart spektakuläres Bild von sich selbst gemacht haben, wie es – befragt von der Radiomoderatorin Anja Caspary –...
