Lady Mondän
Die Ordnung ist wiederhergestellt. Die Hexen sind weiblich, ansehnlich und manierlich. Dass sie am späteren Abend durch die Verstrebungen des Bühnenbildes turnen, ist nichts im Vergleich zu dem Gesudel und Gemantsche eines zunächst berüchtigten, bald berühmten und weit herumgekommenen anderen «Macbeth».
Die drei Damen (Manuela Alphons, Jele Brückner, Veronika Nickl), aufgeputzt wie zum Party-Event, betreten durch die Seiteneingänge das Parkett und nehmen während der 110-minütigen Aufführung Platz unter den Zuschauern: wie diese die meiste Zeit unbeteiligte Zeugen des Zerfalls einer Macht, wenn die Femmes fatales dem Macbeth nicht gerade lasziv ihre fehlzudeutenden Orakel einflüstern. Der Mensch im Banne lockender Werbeversprechen.
Regisseurin Lisa Nielebock wechselte erstmals von den Kammerspielen ins Große Haus. Sie hat sich damit keinen Gefallen getan. Was in ihrer Kleist-«Penthesilea» elegant überspielt wurde und sich in Ibsens «Gespenstern» schon abzeichnete, wird im «Macbeth» unübersehbar: eine gewisse Ratlosigkeit im Erzählerischen gegenüber der psychologischen Durchdringung der Figuren, kaschiert durch signalhaft starke Zeichensetzungen. Da ist mehr Formwille vorhanden als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Michael Merschmeier Martina Gedeck, wir treffen uns hier in der Halle des Hotels Reichshof neben dem Schauspielhaus um viertel vor acht abends – Sie kommen gerade von der Probe für «Harper Regan» ...
Martina Gedeck ... ja, wir probieren «englisch», das heißt ab morgens um zehn, dann haben wir mittags eine Stunde Pause, und es geht weiter bis um 18.30 Uhr. Keine...
Das Wichtigste zuerst: Luc Bondy macht weiter. Der Vertrag des Wiener Festwochenintendanten wurde um weitere drei Jahre, bis 2013, verlängert. Bekannt gegeben wurde die Personalie mitten im Trubel der Festwocheneröffnung und kurz vor dem Pfingstwochenende – der ideale Zeitpunkt, wenn man sich öffentliche Diskussionen ersparen will. Tatsächlich wurde die...
Klaus Michael Grüber galt jahrzehntelang als der Dunkel- und Schmerzensmann der deutschen Theaterregie. Das war – zumindest äußerlich – nicht immer so, wie dieses Foto von Ruth Walz zeigt, aufgenommen im Sommer 1973 auf dem Schiff nach Griechenland, wohin er das Ensemble der Schaubühne um Peter Stein auf einer Exkursion zur Vorbereitung des «Antikenprojekts» und...
