«Kunst muss Probleme schaffen»

Manche Aufsichtsräte wollten sie schon los werden. Ein Gespräch mit der Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp über die BDS-Debatte und ihre Erfahrungen mit den Freiheiten und Grenzen bei einem sehr speziellen Festival

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Franz Wille Das war ein sehr turbulenter Sommer für die Ruhrtriennale und für Sie. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hat nach der letzten Aufsichtsratssitzung im Oktober getitelt: «Carp bleibt». Stand Ihr Vertrag als Intendantin nach den Turbulenzen um das Gastspiel der Gruppe Young Fathers und deren BDS-Sympathien tatsächlich zur Disposition?

Stefanie Carp Einige Politiker haben meinen Rücktritt gefordert, und der Aufsichtsrat ist mit vielen Politikern besetzt. Ich bin froh, dass sie sich trotz aller Konflikte für mich entschieden haben.

 

FW Jetzt müssen wir aber über die Einladung, Ausladung und Wiedereinladung der Young Fathers reden, die zu der ganzen Auseinandersetzung geführt hat.

Carp Ich wollte für diese großen Räume, die die Ruhrtriennale bespielt, nicht nur Konzerte sehr komplexer Musik – ob nun Klassik oder Avantgarde –, sondern auch Pop, der aber mit dem Programm und den Inhalten des Festivals zu tun haben sollte. Da schienen uns die Young Fathers sehr geeignet, sie waren gerade auf der Titelseite von «Spex» und wurden als die britische Nachwuchsband gehypt, und man hat uns von vielen Seiten zu diesem Engagement gratuliert. Sie sind unter anderem an den Münchner ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Akteure, Seite 32
von Franz Wille

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