Künftige Körper
Der Körper scheint als Medium zunächst ganz ungeeignet für Utopien. Während die Literatur eine utopische Zukunft projizieren kann, fehlt dem Körper ein solcher Zukunfts-Modus. Auch ist die im Utopiebegriff implizite Unmöglichkeit zumindest mit einem lebendigen Körper nur schwer vereinbar. Wir können Utopien in Geschichten und Traktaten erdenken. Wenn sie den Körper betreffen, können wir sie erzählt oder gezeichnet zu Papier bringen, oder – dank Spezialeffekten – auf die Leinwand.
Der lebendige Körper allerdings, zum Beispiel auf einer Tanzbühne, ist zu sehr in der Gegenwart verhaftet, um als Medium für Utopien wirklich zu taugen. Im Radiovortrag «Der utopische Körper» des Strukturalismus-Vordenkers Michel Foucault heißt es eingangs: «Mein Körper ist das genaue Gegenteil einer Utopie, er ist niemals unter einem anderen Himmel, er ist der absolute Ort, das kleine Stück Raum, mit dem ich buchstäblich eins bin.» Und doch scheinen Körpertechniken wie Doping, aber auch kosmetische Chirurgie oder Bodybuilding auf einen anderen, «besseren» Körper abzuheben, während sie gleichzeitig mit dem Unmöglichen kokettieren.
Körper und Gewalt
Über solche vermeintlichen Verbesserungen des Körpers ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Labore der Zukunft, Seite 52
von Franziska Bork-Petersen
An einem lauen, fast noch sommerlichen Abend im September 2014 versammeln sich Zuschauer und Zuschauerinnen vor einer runden Holzkonstruktion, die nächst dem ehemaligen Schwimmbad auf dem Monte Verità liegt. Nachdem alle Einlass erhalten und sich auf die Holzbänke gesetzt haben, werden Wolldecken und Mückenspray verteilt. Auf dem Programm steht das von Dorothée...
Wir kennen die 67er-, 68er-Bewegung, wir kennen die Entwicklung zur RAF. Ich war sozialistisch-kommunistisch in Österreich erzogen worden, war in Köln in der marxistischen Bewegung, habe Ernst Bloch kennengelernt. Und ich habe, als Tänzer, mit George Balanchine, mit John Cranko, mit Maurice Béjart, mit Agnes de Mille, diesen großen Choreografen gearbeitet. Ich...
«Cock, Cock.. Who‘s There» hieß die Performance, mit der die finnisch-ägyptische Künstlerin Samira Elagoz 2016 ihre Ausbildung an der Amsterdam School for New Dance Development abschloss und für deren beeindruckende Mischung aus Kreativität, Selbstwertgefühl, Originalität und Leidenschaft sie denn auch gleich das eigens auf Abschlussproduktionen zugeschnittene...
