Foto: monteverita.org
Monte Verità
An einem lauen, fast noch sommerlichen Abend im September 2014 versammeln sich Zuschauer und Zuschauerinnen vor einer runden Holzkonstruktion, die nächst dem ehemaligen Schwimmbad auf dem Monte Verità liegt. Nachdem alle Einlass erhalten und sich auf die Holzbänke gesetzt haben, werden Wolldecken und Mückenspray verteilt. Auf dem Programm steht das von Dorothée Thébert Filliger und Filippo Filliger geschriebene und inszenierte Stück «Peut-on être révolutionnaire et aimer les fleurs?».
Die Sonne geht langsam unter, die Vorstellung beginnt.
Zwei Darsteller und zwei Darstellerinnen posieren in der Mitte der runden Rasenfläche. Allseits sind sie von Publikum umgeben. In rascher Abfolge schlüpfen sie in Rollen verschiedener historischer Persönlichkeiten des Monte Verità, wobei immer klar bleibt, dass sie diese spielen und zeigen, nicht aber verkörpern. «Ich bin Isadora Duncan, und ich habe den Tanz aus den ästhetischen Maximen des Balletts befreit!», ruft eine Darstellerin. «Ich bin Gusto Gräser, ich wohne nackt in einer Grotte!», erklärt ein Darsteller. Die Aufführung folgt keiner linearen Narration, sondern einer Art Nummerndramaturgie, wie sie bereits für die Dada-Abende im Cabaret ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Mythische Orte, Seite 25
von Andreas Schwab
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