Krieg und Komödie

In München zeigen die Kammerspiele «proteus 2481 von Aischylos bzw. Thomas Köck – ein Satyrspiel» und das Residenztheater den Doppelabend «Die Gewehre der Frau Carrar» von Bertolt Brecht / «Würgendes Blei» von Björn SC Deigner

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Dass über die Mächtigen gelacht werden darf, ist eine der unbestreitbaren Errungenschaften der Demokratie, und überall da, wo sich heute populistische Autokraten zurückmelden, stirbt das Lachen zuerst. Deshalb folgt schon bei den antiken Dionysien auf eine Trilogie von drei schrecktriefenden Tragödien jeweils ein be -freiend anarchisches Satyrspiel.

Das kollektive Lachen im Chor lockert die Erstarrung durch Furcht und Mitleid, löst Denkblockaden und stellt die Autorität der Mächtigen infrage, so sehr, dass die es immer wieder drauf anlegten, den Witz unter Kontrolle zu bringen oder besser noch ganz verschwinden zu lassen.

So kommt es, dass von Hunderten von aufgeführten Satyrspielen kaum eines überliefert wurde, auch nicht das zur «Orestie» des Aischylos, dem Urmythos der athenischen Demokratie, gehörige, von dem wenig mehr als der Titel «Proteus» bekannt ist, ein windiger Meeresgott, prophetischer Gestaltwandler und Hüter von Poseidons Robben, auf dessen Insel Helena und Menelaos auf ihrer Heimreise nach Sparta stranden.

Doch nun soll das verschollene Stück wieder aufgetaucht sein. Entfernt erinnert die Idee des österreichischen Dramatikers und Autors der Klima-Trilogie Thomas ...

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Theater heute Februar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Silvia Stammen

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