Krankheit und Kapitalismus

Friedrich Dürrenmatt «Die Physiker» am Landestheater Linz

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Kommt ein Schauspieler zum Psychiater: «Herr Doktor, ich habe das Gefühl, dass die Menschen mich nicht beachten.» Sagt der Psychiater: «Der Nächste, bitte!»

Die Inszenierung beginnt damit, dass der Schauspieler Alexander Hetterle – er spielt im Stück dann den Kriminalinspektor – vor dem geschlossenen Vorhang steht und Psychiaterwitze erzählt.

Auf dem Programm steht Dürrenmatts Psychiatriekomödie «Die Physiker» von 1962, Kategorie moderner Klassiker: In einem von Fräulein Doktor von Zahnd geleiteten Privatsanatorium sind zwei falsche und ein echter Physiker in Behandlung. Newton und Einstein sind eigentlich Spione, die ihrem genialen Mitpatienten Möbius die von ihm entwickelte Weltformel abluchsen sollen; am Ende stellt sich heraus, dass Doktor von Zahnd sie alle ausgetrickst hat. Spurlos sind die Jahrzehnte an dem Stück nicht vorübergegangen, ein bisschen altmodisch wirkte es wahrscheinlich schon bei der Uraufführung. Dass sich «Die Physiker» bis heute hart -näckig im Repertoire halten, ist zu guten Teilen dem Thema geschuldet: Die Verschränkung von Wissenschaft, Politik und Kapital war ja nicht nur im Kalten Krieg aktuell.

In Linz hat das Regieteam Tom Kühnel und Jürgen Kuttner ...

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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Wolfgang Kralicek

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