Krankheit und Kapitalismus
Kommt ein Schauspieler zum Psychiater: «Herr Doktor, ich habe das Gefühl, dass die Menschen mich nicht beachten.» Sagt der Psychiater: «Der Nächste, bitte!»
Die Inszenierung beginnt damit, dass der Schauspieler Alexander Hetterle – er spielt im Stück dann den Kriminalinspektor – vor dem geschlossenen Vorhang steht und Psychiaterwitze erzählt.
Auf dem Programm steht Dürrenmatts Psychiatriekomödie «Die Physiker» von 1962, Kategorie moderner Klassiker: In einem von Fräulein Doktor von Zahnd geleiteten Privatsanatorium sind zwei falsche und ein echter Physiker in Behandlung. Newton und Einstein sind eigentlich Spione, die ihrem genialen Mitpatienten Möbius die von ihm entwickelte Weltformel abluchsen sollen; am Ende stellt sich heraus, dass Doktor von Zahnd sie alle ausgetrickst hat. Spurlos sind die Jahrzehnte an dem Stück nicht vorübergegangen, ein bisschen altmodisch wirkte es wahrscheinlich schon bei der Uraufführung. Dass sich «Die Physiker» bis heute hart -näckig im Repertoire halten, ist zu guten Teilen dem Thema geschuldet: Die Verschränkung von Wissenschaft, Politik und Kapital war ja nicht nur im Kalten Krieg aktuell.
In Linz hat das Regieteam Tom Kühnel und Jürgen Kuttner ...
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Theater heute Juli 2024
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Wolfgang Kralicek
Die Protagonistin von «Capri» ist eine Schriftstellerin mit Schreibkrise. Der Verlag wartet auf den neuen Roman, der Vorschuss ist beinahe aufgebraucht, doch sie ist einfach zu erschöpft zum Schreiben. Sie lässt sich medizinisch durchchecken, macht eine Therapie, aber nichts hilft. Dass sie nachts Erscheinungen hat – ein kleines Mädchen sitzt in ihrer Küche und...
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Das Unmögliche – das ist keine Utopie, das ist der Teil der Welt, in dem wir nicht leben. Wir leben in der Welt der Möglichkeiten, der bequemen, reichen Welt. Der Rest der Welt ist ohne Möglichkeiten, die Welt von Armut, Krieg und Untergang. Doch es gibt Menschen, die sich zwischen diesen Welten bewegen. «So weit wie unmöglich» («As far as impossible, Dans la...
