Jesus als Künstlerdrama

Kay Voges nimmt nach der Dortmunder «Borderline Prozession» das nächste Mediengroßprojekt in Angriff: «Das 1. Evangelium» frei nach Matthäus am Stuttgarter Schauspiel

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Im Anfang war das Wort. Und das Bild. Und sonst auch noch vieles. In Stuttgarter Schauspielhaus hat Kay Voges, hauptberuflich Intendant des Dortmunder Schauspiels, zur Messe geladen. Mit Weihrauchduft lotst er die Besucher in die heiligen Hallen des Theaters, an dessen Decke und Seitenwänden im Zuschauerraum viele kleine rote Lämpchen leuchten. Schummrige Stimmung, die ein bisschen mehr Fegefeuer als Himmel suggeriert. Immerhin sorgt Bachs «Matthäus-Passion» für eine gewisse Erhabenheit.

Wie überhaupt die Musik an diesem Abend Halt – vor allem Zusammenhalt – bieten wird.

Zwischen Klassik, Pop, Musical und Heavy Metal ist sie der Kleber, der einen Reigen disparater Brennelemente fusioniert, die Voges in einem Dauerfeuer abfackelt. «Das 1. Evangelium» überschreibt der Regisseur sein Werk, «frei nach Matthäus». Mittelpunkt der Inszenierung ist die Drehbühne, die ihm Michael Sieberock-Serafimowitsch eindrucksvoll mit verschiedenen Räumen und Projektionsflächen gefüllt hat. In stetiger Dauerschleife rotieren Wohnwagen, Kneipen-Theke, Krankenzimmer, Black Box und andere Stellflächen, an denen sich Schauspieler präsentieren. Denn Voges’ «Evangelium» ist kein Versuch, Religionsgeschichte ...

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Theater heute März 2018
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Kristin Becker

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