Im Wörterofen

Sonja Anders über David Grossman «Aus der Zeit fallen»

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Monothematisch und zeitlos, undurchsichtig und mythisch überhöht, quälend und hoffnungsvoll ist dieser Text von David Grossman, und er liegt somit alles andere als im Trend derzeit gebräuchlicher Autorenstücke. Sein Thema ist der Verlust eines geliebten Menschen, eines Kindes, und er zeigt Schmerz, Unglück und Angst der Hinterbliebenen. Der Autor lässt vieles im Dunkeln, greift zu abgründigen Bildern und vertieft sein einziges Thema meditativ bis zur Unerträglichkeit. «Aus der Zeit fallen» ist antike Tragödie und Requiem in einem und durch und durch strapazierend.

Und trotzdem oder gerade deshalb lohnt es sich, es für die Bühne zu erschließen. Es landen nicht viele Stücke zur Uraufführung auf meinem Tisch, die universal verstehbar sind, deren Gültigkeit weltumspannend und unabhängig von historischen oder geografischen Begebenheiten ist – dies ist eines.

Eine Frau und ein Mann, deren Sohn vor fünf Jahren starb, haben sich zurückgezogen in ihr gemeinsames Haus. Aus dem Nichts heraus will der Mann plötzlich das Haus verlassen und nach seinem Sohn suchen. Nach langer Zeit spre­chen die zwei miteinander; darüber, wie sie sich eingerichtet haben in ihrer Trauer, vom «Mantel des Dunkels», ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 169
von Sonja Anders

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