Im leuchtend schwarzen Frack

Franz Pätzold spielt gern im Moment – und lässt sich dafür auch mal foltern. Am Münchner Residenztheater gehört er schon jetzt zur ersten Liga

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Ganz ehrlich, vor vier Jahren hätte ich nicht unbedingt darauf gewettet, dass der blauäugige Junge mit dem verstrubbelten Blondschopf, der da mit Charme und Chuzpe zum ersten Mal in einer Hauptrolle über die Bühne des Münchner Residenztheaters hechtete, schon bald als Ausnahmespieler von sich reden machen würde.

Gefeiert wurde er schon damals von seinem jugendlichen Publikum als tapferer Underdog im Familienstück «Pünktchen und Anton», aber man muss wohl den Röntgenblick eines Regisseurs besitzen, um erkennen zu können, wie viel Lust und Potenzial, sich über das gewohnte Maß hinwegzusetzen, in einem sympathischen Kindskopf stecken.

 

Hassliebeserklärung an den Kulturbetrieb

 

Mittlerweile hat Franz Pätzold einige Extremeinsätze hinter sich gebracht und dabei ganz andere Seiten von sich zum Vorschein kommen lassen. Trotzdem zählt er Thomas Birkmeirs Kästner-Inszenierung noch immer zu den wichtigen Arbeiten in seiner jungen Laufbahn, weil er da zum ersten Mal so richtig Verantwortung übernehmen konnte – «ob für Kinder oder Erwachsene, das ist ja egal. Wichtig sind für mich Produktionen, wo ich selber das Gefühl habe zu wachsen, mir die Zähne auszubeißen». Von denen gab es in den ...

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Theater heute August/September 2016
Rubrik: Akteure, Seite 52
von Patricia Benecke

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