Im Honigtopf
Vom Kreieren spricht er, davon, zu tanzen und die beste Version seiner selbst zu sein. Muhammed Kaltuk ist stets unterwegs: zwei Tage hier, dann schon wieder woanders. Halb im Scherz spricht er von ADHS. Sein Drang zu Bewegung war schon immer da. Die Fusion aus Hip-Hop-Einflüssen und Contemporary gilt als sein Markenzeichen. Damit ist er auf der Höhe der Zeit. Das Theater im benachbarten Oberhausen hat schon länger ein eigenes Urban Arts Ensemble, mit dessen Künstlerischem Co-Leiter Kwame Osei wird Kaltuk nun auch in der ersten Spielzeit am Musiktheater im Revier (MiR) zusammenarbeiten.
Kaltuk ist in Reinach südlich von Basel geboren und aufgewachsen. Seine türkischen Wurzeln stammen aus einer sehr traditionell eingestellten Familie. Als Kind und Jugendlicher hat er im Restaurant der Eltern geholfen. Das scheint ihn enorm geerdet zu haben. Wer ihn trifft, merkt schnell, wie er gleichzeitig bescheiden und fokussiert, ja zielstrebig auftritt. Dass er jetzt TanzGelsenkirchen übernommen hat, wie der offizielle Name der Compagnie seit dieser Spielzeit lautet, wirkt nur konsequent.
Hip-Hop als Safe Space
Sein erster Kontakt mit Hip-Hop: in einem Jugendhaus seiner Heimat. Da war er 14. ...
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Tanz Oktober 2026
Rubrik: Menschen, Seite 34
von Rico Stehfest
Durch den Wahlerfolg der AfD steht die mich außerordentlich irritierende Forderung im Raum, «deutsch zu tanzen». Gerade der Tanz – und insbesondere das Ballett – entzieht sich einer solchen nationalen Zuschreibung. Diese Kunstform hat sich über Jahrhunderte aus unterschiedlichsten Einflüssen entwickelt: von der Commedia dell’Arte über Frankreich und Russland bis...
Grace Tjang war 1985 unter dem Namen Grace Ellen Barkey Mitgründerin der Needcompany, seit 2021 nennt sie sich Grace Tjang, nach ihrer Mutter. Seitens der Eltern liegen traumatische Erlebnisse begraben, und die Choreografin und Künstlerin gräbt sie aus. Sie weiß wenig, die Eltern schwiegen.
Nichtwissen, Stöbern, Ahnen wird in «The Garden of Earthly Disquiet» zu...
Selbst schuld: Wenn man sich zu spät um Tickets bemüht, dann kommt man eben nicht mehr zu «Carmen» bei den «Salzburger Festspielen», der ersten Operninszenierung der Peeping-Tom-Choreografin Gabriela Carrizo. Aber wenigstens zeigt Arte die Aufzeichnung bis Anfang November in der Mediathek. Ein echter Ersatz ist das zwar nicht, ein Mitschnitt lässt einen nicht...
