Grace Tjang «The Garden of Earthly Disquiet»
Grace Tjang war 1985 unter dem Namen Grace Ellen Barkey Mitgründerin der Needcompany, seit 2021 nennt sie sich Grace Tjang, nach ihrer Mutter. Seitens der Eltern liegen traumatische Erlebnisse begraben, und die Choreografin und Künstlerin gräbt sie aus. Sie weiß wenig, die Eltern schwiegen.
Nichtwissen, Stöbern, Ahnen wird in «The Garden of Earthly Disquiet» zu üppiger Bühnenkunst: Es gibt Livemusik mit Schlagwerk und Elektronik, Text, Papierskulpturen, Projektionen, Tanz.
Und es gibt Familie: Romy Louise Lauwers, Tjangs eigene Tochter, hockt bei der «ImPulsTanz»-Premiere im Wiener Akademietheater als stille Erzählerin an einem Overheadprojektor und schiebt Folien mit Wörtern und Sätzen aufs Glas. Knappe Worte führen in das Stück ein, dann folgen die Kapitel «Kleiner Junge» und «Kleines Mädchen», es ist von Zaubertrank die Rede, von Erinnerung und vom Vergessen des Geruchs. Der Vater wurde während der Kolonialzeit seinen Eltern entrissen und in ein katholisches Waisenhaus gesteckt, die Mutter sah als Kind, wie japanische Soldaten ihre eigene Mutter vergewaltigten.
Tjang, die bekannt ist für bühnenfüllende, großformatige Kunstobjekte, beherbergt diese Trauer im Wald, im «Garden». ...
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Tanz Oktober 2026
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Melanie Suchy
tanz. Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
Herausgeber Der Theaterverlag – Friedrich Berlin GmbH
Redaktion Sofie Goblirsch, Johanna Rau, Falk Schreiber, Marc Staudacher, Dorion Weickmann (Leitung) Tel. +49-30-254495-20, Fax -12 redaktion@tanz-zeitschrift.de
www.tanz-zeitschrift.de
Bildredaktion Marina Dafova, Sofie Goblirsch
Art direction Marina Dafova
Anz...
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