Ideendämmerung

Frank Castorf inszeniert am Schauspiel Köln mit «Der grüne Junge» seinen fünften Dostojewski-Roman, Sebastian Baumgarten sucht in Arnolt Bronnens «Rheinischen Rebellen» Abspaltungsparallelen zu heute

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Russland lebt nicht nur für sich selbst, sondern für einen Gedanken, und du musst die bemerkenswerte Tatsache zugeben, dass Russland nun beinahe seit einem Jahrhundert nicht nur für sich lebt, sondern ausschließlich für Europa», reibt Wers­silow alias Peter Miklusz seiner Geliebten, der extrem russisch aussehenden Gaunerin Alphonsine, unter die Nase.

Der verarmte Adlige und liberale Lebemann, der einst mit einer Dienstmagd ein Kind zeugte, nämlich den «grünen Jungen» Arkadi Dolgoruski, ist nach einer champagnerseligen Nacht neben der franzö­sischen Pelzblondine (Tiphaine Raffier) erwacht, einer temperamentvollen Joker-Figur, die souverän zwischen Deutsch und Französisch, Heiner-Müller-Texten, Baudelaire-Gedichten und Bismarck-Beschimpfungen hin- und herwechselt.

Auch der fünfte (und letzte) Dostojewski-Roman, den Frank Castorf diesmal am Schauspiel Köln inszeniert, spinnt einige der Lieblingsmotive des Dichters fort, allen voran den Großantagonismus seiner Zeit: das sich der kapitalistischen Moderne und der Ratio verschreibende Europa auf der einen, das immer noch feudale, tiefreligiöse, unfreie Russland auf der anderen Seite. Zwei Seiten, die ohne einander nicht können: «Allein ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Eva Behrendt

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Daten (1/2019)

Aachen, Da Theater
17. Abuelaish, Ich werde nicht hassen

R. Ernst Konarek 

Aachen, Grenzlandtheater
28. Delaporte und de La Patellière, Alles was Sie wollen

R. Stephan Thiel 

Aachen, Theater
11. Vekemans, Momentum

R. Jenke Nordalm
17. Linder, Supergutman

R. Matthias Fuhrmeister
19. Jelinek, Am Königsweg

R. Christian von Treskow 

Altenburg/Gera, TPT
27. Gogol, Der Revisor

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