Hinter den Kulissen
Welches Bild soll es sein? Welche optisch-szenischen Übersetzungen will das Theater finden für die Texte, von und mit denen es lebt? Gestaltet es die Welten für die Bühne bloß routiniert – oder setzt es auf Behauptungen, die den Inszenierungen Orientierung geben? Wann und wo beginnt die Handschrift der Bühne; für jeden Bühnenbildner, jede Bühnenbildnerin – und für das Theater selbst?
Tschechows Fabeln vom ungelebten Leben in der russischen Provinz müssen nicht, sie dürfen jedes Mal von vorn erfunden werden.
Christian Kiehl hat für Sebastian Schugs «Drei Schwestern» eine Art geschlossene Gesellschaft entworfen; marod-kahle Wände dichten die Bühne schon kurz hinter dem Portal nach hinten ab, Auf- und Abtritte werden vorzugsweise über eine kleine Treppe nach vorne aus dem Bild heraus erledigt. Und in diesem in sich gefangenen Ort entwickelt das Ensemble das Spiel sehr kollektiv und fast ganz aus sich selbst, fast ohne Requisiten und bei Saal-Licht; dass die jüngste der Schwestern, Irina, den Abend singend eröffnet, als leicht angepunkter Rockstar, muss im Übrigen als Authentifizierung fürs Hier und Heute genügen. Die Weggeschlossenheit dieses Lebens ohne Ausweg und Perspektive wirkt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Februar 2012
Rubrik: Chronik Kassel, Seite 50
von Michael Laages
Die Hölle sieht ganz beschaulich aus. Zumindest mit Coffeeshops und italienischen Restaurants, Bücherstuben und Szenefriseuren, Bioläden und Kinderboutiquen ist sie reich gesegnet. Der schwunghafte Einzelhandel in der Berliner Hufelandstraße wird frequentiert von Leuten vielleicht wie Du, in jedem Fall aber wie ich: zugezogen aus dem so genannten Westdeutschland,...
Aalen, Theater der Stadt
11. Eliot, Mary & Max oder Schrumpfende Schafe, wenn es regnet? (U)
R. Katharina Kreuzhage
Altenburg/Gera, TPT
17. Dreßler nach Stöhr, Berlin Calling (U)
R. Pedro Martins Beja
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
12. nach Fallada, Kleiner Mann, was nun?
R. Tamara Korber
Baden-Baden, Theater
16. Ruhbaum, Max
R. Philipp Löhle
Basel, Theater
16....
Paulus Manker, Schauspieler und Theatermacher vor allem in Wien, ist seit dem umfassenden, mit Bildmaterial und Dokumenten reichlich ausgestatteten sowie kompetent kommentierten Theaterbuch über seinen Vater Gustav Manker auch ein passionierter Theaterhistoriker. Ihn treibt die Frage, ob Theaterleute, die 1933 nicht gezwungen waren, ins Exil zu gehen, nur...
