Heul Hitler!

Hebbel «Nibelungen»

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«Tja, das war der Drache.» Noch bevor der Vorhang sich öffnet, resümiert Hebbel persönlich (Wolfgang Rüter) die ruhmreichen Taten seines Helden. Des Dichters lässige Vorrede ist amüsant und befremdlich zugleich: Mit seinen Zwergenkämpfen und Drachenblutbädern wirkt der Nibelungenstoff nicht heroisch, sondern alt­backen und unfreiwillig komisch.

Vielleicht ist er im kollektiven Theatergedächtnis der Deutschen ebenso vom Einstauben bedroht wie die zahllosen Trödelfundstücke auf Vytautas Nar­butas’ detailverliebter Bühne?

Hinter spärlich verhangenen Kronleuchtern blättern vergilbte Gemälde von den Wänden, alternde Möbelstücke fristen neben ausgestopften Tieren und umgekippten Marmorbüsten ihr Dasein. Ein Skelett dient als Kleiderständer. In den Regalen quetschen sich Totenköpfe, lachende Buddhafigurinen und Gasmasken zwischen Bü­chern und schlüpfrigen Schwarzweißfotos. In der Mitte des Raums das hölzerne Gerippe einer Dachkuppel. Das Reich des Burgunderkönigs Gunter gleicht der Rumpelkammer eines in die Jahre gekommenen Theaters, dessen letzter Vorhang vor langer Zeit gefallen ist.

In die Abstellkammer verbannt wirken auch der König selbst (Benjamin Grüter) und sein Gefolge: Als ...

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Theater heute März 2014
Rubrik: Chronik: Bonn Theater, Seite 56
von Laura Strack

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