Heimatkunde am Rhein
Nicht nur der Titel klingt ein bisschen nach Love Story: «Kölner Affäre». Zumindest handelt es sich, wenn nicht gar um eine Liebesgeschichte, so doch um eine Beziehung. Eine ungewöhnliche Beziehung. Schon nach der kaum vollendeten ersten Spielzeit lässt sich zwischen Karin Beier, dem Schauspielhaus, der Stadt Köln und ihren Einwohnern eine solche Bindung beobachten. Das Theater ist für die Stadt wieder attraktiv und hat Anschluss gefunden.
Auch weil Eingemeindungs-Bemühungen und Kulturaustausch jenseits von Proklamationen verblüffend funktionieren: spielerisch, originell, lässig und konkret.
Ein Regisseur hat vier Schauspieler auf die Suche nach vier Menschen in ihrer Stadt geschickt. Möglichst alltägliche Leute mit einem normalen Leben sollten es sein, falls es das denn gibt. Denn hinter der Tatsachen-Recherche steht eine exklusive Idee. Dass nämlich die Essenz des Menschlichen auf der Ausnahme beruht. Vielleicht muss nicht jeder Mensch ein Abgrund sein, der einen – laut Büchner – schwindeln lässt, wenn man hinabblickt. Aber ein weites Feld tut sich schon auf. Deshalb braucht es auch drei Stunden in der Schauspiel-Halle Kalk, um diese vier Lebensgeschichten auszuschreiten.
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Der junge bosnische Autor Sasa Stanisic («Wie der Soldat das Grammofon repariert») war 2006/07 Stadtschreiber in Graz und schrieb dort sein erstes Theaterstück: Gemeinsam mit dem Regisseur Tom Kühnel und der Puppentheatermacherin Suse Wächter entwickelte Stanisic im Auftrag des Schauspielhauses ein «musikalisches Projekt». Die Handlung ist an die (wahre) Geschichte...
Vor ziemlich genau zwei Jahren, nachdem sie eine «Lenz»-Aufführung in Berlin gesehen hatten, fragten mich die Chefdramaturgin und der Generalintendant des Weimarer Nationaltheaters begeistert («Was für eine starke Form!»), ob ich nicht Lust hätte, «Faust» in Weimar zu inszenieren. Den ganzen. Gott sei Dank habe ich mich nur um den zweiten Teil gekümmert, sonst...
"Alles trocken." Die junge Kollegin kann nicht mehr weinen, seit sie den perfekten Moment erlebt hat, in dem sie beim Spielen selbst glaubte, sich und alle Zuschauer in ein anderes Sein befördert zu haben. Noch wundert sie sich, dass dieser Moment nicht wieder herstellbar ist – wie der Dornenauszieher in Kleists «Marionettentheater». Marcelline wundert sich schon...
