Der Generationen-Contest
Generationen-Test in Hamburg. Innerhalb von zwei Wochen lieferten drei Theater aktuelle Vergleichswerte über den Gesundheitszustand der deutschen Bühnenklugheit. Wie agil und rebellisch sind die Alten? Was denken junge Steuerzahler von der Welt? Und welche Erfahrungen hat der Pillenknick-Jahrgang zu bieten, der während des Vietnamkriegs aufs Gymnasium kam und zwischen zwei Golfkriegen in leitende Positionen aufstieg? Repräsentative Beispiele für jede Gattung boten Anschauungsmaterial für eine – selbstverständlich rein zufällige – Diagnose des Gesamtsystems.
Zunächst Peter Zadek, der im Mai achtzig wird und stets behauptet, dass sein Theater immer noch jünger und gegenwartsnäher sei als das ganze gruselige Konzepttheater der Nicht-Achtzigjährigen. Dann Martin Kusej, Jahrgang 61, laut Zadek Mitglied jener modischen Konzeptzombies, die nach der Wende von der DDR-Theaterpest befallen wurden, die wie ein Nebel des Grauens unter dem Türschlitz der Demokratie in den freien Westen herübergewabert sei und das lebendige realistische Theater, das wir Zadek höchstpersönlich verdan-ken, entmenschlicht habe. Schließlich eine Dreißigjährige, Jorinde Dröse, die andere Konzeptzombies wie Andreas ...
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Achtung, das war gerade ein echter Theaterskandal. Tage-, nein wochenlange Aufregung, jeden Morgen neue Aufmacher und Kommentare, Reden und Gegenreden in den Feuilletons, plötzlich hatte jeder wieder eine Meinung. Und die Folgen sind noch gar nicht absehbar. Möglicherweise steht das gesamte deutschsprachige Regietheater zur Disposition. Sogar die «Bild»-Zeitung war...
Winterlager 1634, inmitten des Dreißigjährigen Krieges. Wallenstein, des Kaisers oberster General, lässt sein Heer rasten, anstatt dem schwedischen Feind nachzusetzen.
Am Hof zu Wien wächst das Misstrauen gegen ihn. Vier Jahre zuvor, auf der Höhe seiner Macht, hatte der Kaiser Wallenstein seine Gunst entzogen, ihn aber später notgedrungen reaktiviert. Seither ist...
Gute Werke!
Sieben neue Stücke, die wichtigsten deutschsprachigen Uraufführungen der letzten zwölf Monate, zeigen ab 13. Mai wieder die Mülheimer Theatertage. Ausgewählt wurden in diesem Jahr aus etwa 150 Werk-Premieren: Händl Klaus «Dunkel lockende Welt» (Münchner Kammerspiele), Elfriede Jelinek «Babel» (Burgtheater Wien), Gert Jonke «Die versunkene Kathedrale»...
