Göttingen: Boob boop a doop!
US-Präsidenten verstehen sich als Interventionisten. John F. Kennedy war da keine Ausnahme und verstärkte, obwohl nur zwei Jahre im Amt, die Truppenpräsenz der US-Army in Vietnam. Der 35. US-Präsident steht für den schleichenden Beginn des verheerenden Indochina-Kriegs, obwohl er als US-Senator in Vietnam war und hellsichtig analysierte, warum die Weltmacht Frankreich sich schon 1954 bei Dien Bien Phu eine blutige Nase geholt hatte. Für Frankreich war das der Anfang vom Ende der Grande Nation.
Kennedy läutete ein Jahrzehnt später den Anfang einer Entwicklung ein, von dem man durchaus eine Verbindungslinie zu dem schlagen kann, was der derzeitige US-Präsident treibt. Nur: Kennedy war ein smarter Ostküsten-Intellektueller und verhinderte während der Kuba-Affäre die Eskalation hin zu einem atomaren Schlagabtausch. Beim 45. Präsidenten wird sich dagegen die Frage stellen, was am Ende markanter war: die Frisur oder die Denkprozesse eine Etage tiefer.
Trotzdem ist Donald Trump der heimliche Star eines Stücks, das der Autor und Librettist Christoph Klimke für das Theater Göttingen geschrieben hat. Eine Folge davon: Die Ankündigung der Uraufführung von «America First. Aus dem Tagebuch der ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Jürgen Berger
Sie beharren beide auf ihrem formalen Recht und verlieren sich in ihren Rachefeldzügen. Die Rezeption des Shylock, Shakespeares jüdischem Pfandleiher, der dem Kaufmann von Venedig Antonio ein Pfund Fleisch aus dem Körper schneiden will, befindet sich dabei spätestens seit der Indienstnahme des Stücks für den nationalsozialistischen Antisemitismus auf heiklem...
Die österreichische Erstaufführung von «Homohalal» beginnt damit, dass sich der Schauspieler Johnny Mhanna vorstellt. Er stamme aus Damaskus und sei 2015 über die Türkei, Griechenland, Serbien und Ungarn nach Österreich geflüchtet. «In zweieinhalb Jahren in Österreich habe ich in 14 Theaterproduktionen gespielt. Ich bin voll ausgebucht», sagt er. «Jedes Theater in...
Es ist schon sehr viel schwarzes Blut geflossen im April 1945, als ungefähr zur Mitte seines Kriegsende-Films «Der Hauptmann» der Regisseur Robert Schwentke einen «Bunten Abend» stattfinden lässt. Vor grölenden Soldaten, die gerade erst 30 Gefangene – vor allem deutsche Fahnenflüchtige und Plünderer – im Emslandlager 2 erschossen haben, liefern sich Samuel Finzi...
