Gewalt und Sprache
Auch darstellungstechnisch betrachtet ist Gewalt der Ernstfall: Der vielleicht deutlichste Unterschied zwischen Film und Theater besteht in der Illusion von Gewalt, die sich im Film sehr plastisch erzeugen lässt. Im Theater dagegen kann körperliche Gewalt nur höchst bedingt dargestellt werden, da sie zu Verletzungen führen würde. Eine Spielart der klassischen Performance (siehe Marina Abramovic) erzeugt die Sensation genau an dieser Grenze. Bis heute macht die Realität der Körper auf der Bühne aber auch jeden Versuch der Gewaltdarstellung spannender, als er im Kino jemals sein kann.
Vielleicht passiert ja gleich doch was! Zirkus und Akrobatik leben bis heute davon.
Wenn Christopher Rüping im Bockenheimer Depot Anthony Burgess’ Gewaltklassiker «Clockwork Orange» in Szene setzt, geht es um genau diese Frage: Wie lässt sich Gewalt auf der Bühne darstellen? Rüping hat keine neue, aber doch eine intelligente Antwort. Zunächst: Indem er den Schwerpunkt vom ersten, spektakulär gewalttätigen Teil – Alex und seine Droogs feiern willkürliche Gewaltorgien, die kein Ziel außer jener Sensation vom intensiven Leben, die der Gewalt innewohnt – auf den zweiten Teil verschiebt – Alex begegnet ...
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Theater heute Juli 2016
Rubrik: Aufführungen, Seite 16
von Peter Michalzik
Wenn große Männer fallen, dampft das Theater. Dramatische Staatsaktionen, menschliche Abgründe, alpine Steig- und Fallhöhen, große Worte, letzte Blicke – tragische Schicksalsstürze sind die Hochgebirgspanoramen der dramatischen Zunft. Zwar schreiben die zeitgenössischen Autoren beharrlich keine neuen Königsdramen – wäre auch schwierig im postdemokratischen...
Aalen, Theater der Stadt
2. Goldoni, Mirandolina
R. Karin Eppler (Schloss Wasseralfingen)
Bamberg, E.T.A.-Hoffmann-Theater
1. nach Grimmelshausen,
Das abenteuerliche Leben des Simplicissimus
R. Laura und Tobias Goldfarb/Lisa Quarg
Berlin, Schlosspark Theater
17. Schiller, Die Jungfrau von Orleans
R. Stefan Kleinert
28. Goldoni, Mirandolina
R. Stefan Kleinert
Coburg,...
Mitte letzten Jahres saß der Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Wilfried Schulz, auf einem Berliner Podium zum Thema «Theater und Netz» – und sprach über Pegida. Sechs Monate später, Lutz Bachmann und Konsorten hatten ausgerechnet den geschichtsträchtigen 9. November für einen ihrer «Spaziergänge» inklusive Kundgebung am Dresdner Theaterplatz auserkoren,...
