Getanzt wie gemalt

Caspar David Friedrich, Vincent van Gogh und Jackson Pollock gehören zu den Titanen der Malerei. Was passiert, wenn sich der Tanz an ihnen abarbeitet? Antworten von Hartmut Regitz

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Malen: nichts anderes als ein choreografischer Akt? So wie der Kunstkritiker Bülent Gündüz die Entstehung eines Bildes beschreibt, erscheint die Vorstellung nicht abwegig. «Mal holt er zu weiten Gesten aus, dann wieder bedient er sich stakkatohafter, kurzer Bewegungen. Plötzlich schnellt der Arm nach vorn, der Oberkörper folgt. Er unterbricht kurz sein Schaffen, um innezuhalten, verharrt in gespannter Konzentration, dann geht er erneut daran, Farbe auf die Leinwand zu schleudern. Der Prozess wirkt wie der rituelle Tanz eines Schamanen.

Wie in Trance starrt er mit ernster Miene auf das fertige Bild, bewegt sich mit prüfendem Blick um die Leinwand herum. Irgendwann ging es ihm nur noch um die Wirkung von Farbe und Oberfläche, um die Einarbeitung von Bewegung und Rhythmus in seine Werke.»

Leinwand als Haut: Pollock in Heidelberg
Jackson Pollock wie er leibt und lebt. In seinen Bildkompositionen hat der US-Amerikaner (1912 – 1956) die eigenen Spuren hinterlassen, meist wild bewegt in ihrer Farbigkeit, oft trotzig hingetropft, mit dem Spachtel provozierend aufgeschichtet, bisweilen anschließend mit dem Messer geschlitzt, als wäre die Leinwand nichts anderes als eine Haut, deren ...

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Tanz Januar 2025
Rubrik: Kunstträume, Seite 12
von Hartmut Regitz

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