Geschichte wiederholt sich doch
des dichters dichtung ist abbildung und revision des verfahrens leben zugleich.» Diese Beschreibung des dichterischen Verfahrens von Fritz Kater wird hier von ihm in einem «buch» angewandt, das sich aus fünf Büchern zusammensetzt und über die Bestandteile des Lebens erzählt, wie die Heimsuchung durch Sorge und Krankheit, den Unterschied zwischen Utopie und Fantasie und den Zusammenhang von Liebe und Tod.
Die fünf unterschiedlichen, lose verbundenen Teile sind dennoch nur scheinbar heterogene Elemente und greifen zumindest in einigen Passagen auf Themen und Motive früherer Werke Fritz Katers zurück. In seinen Theatertexten gibt es immer Figuren, die zu leben versuchen und sich dabei vor allem selbst im Wege stehen; die auf Umwegen oder Abwegen gelandet sind und dennoch eine unglaubliche Vitalität behaupten, selbst im Sterben. Sie ecken an, meist nicht aus ideologischer Ablehnung oder politischem Wollen heraus, sondern weil ihnen die Wände zu eng sind, um darin ihr Leben zu verbringen.
Ein solcher Charakter ist Ernst, Wissenschaftler und Spion. Der Prolog zeigt ihn im Diskurs mit anderen Wissenschafts-Experten, in «münchen oder arizona», in einer Welt der Vergangenheit, die zwischen ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 184
von Carmen Wolfram
Das ideale Theater hat in meinem Traum folgenden Spielplan:
«Othello» – Regie Peter Zadek, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1976
«Gänge» – Choreografie William Forsythe, Frankfurt 1983
«La tragédie de Carmen» – Regie Peter Brook, Théâtre des Bouffes du Nord 1983
«Die Macht der theaterlichen Torheiten» – Regie Jan Fabre, Troubleyn Theater Amsterdam 1984
«Küsse Bisse...
Ja, ich bin in Wolgograd geboren. Kennen Sie wahrscheinlich besser als Stalingrad. Und ja, wir haben den Krieg gewonnen!», kontert Marianna Salzmann mit einem angriffslustigen Lächeln, wenn man sich vorsichtig ihrem «Hintergrund» nähert. Spiel, Satz, Sieg, versenkt. «Ich bin jiddischer Witz, eine Jüdin aus Stalingrad, die jetzt in Deutschland lebt.» Über ihr...
TH Wir sitzen hier am Ende einer erfolgreichen Spielzeit, Ihrer ersten am Gorki Theater. Ihr Vorgänger Armin Petras hatte hier ein allseits geschätztes, sehr interessantes Theater gemacht, dass Sie sehr kurzfristig übernommen und gründlich umgekrempelt haben. Stadttheater sind ja eigentlich recht beharrliche Betriebe – wie geht das?
Shermin Langhoff Bei mir vor...
