Generalstabsmäßiger Blutrausch

Hermann Nitschs 138. Aktion des Orgien-Mysterien-Theater beendet die Intendanz von Sebastian Hartmann am Centraltheater

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Eigentlich ist zu Hermann Nitsch wohl alles gesagt und geschrieben, doch bei dieser Ostdeutschlandpremiere wurden noch einmal alle Register gezogen. Das Spektakel begann Wochen vorher. Aufgeschreckt von einer Online-Petition befand Leipzig sich in diskursivem Ausnahmezustand zwischen Kunstbefürwortern und Tierrechtlern – wilde Online-Beschimpfungen inklusive. Eine Podiumsdiskussion ging nach Punkten klar an Chefdramaturg Uwe Bautz, aber bis kurz vor Beginn blieb unklar, ob das Spektakel stattfinden könne.

Oberbürgermeister Burkhard Jung wies Intendant Sebstian Hartmann sogar per SMS an, die Aufführung abzusagen. Doch die Freiheit der Kunst konnte sich gegen das Veterinäramt durchsetzen. Und so öffnen sich an einem schönen Juni-Sonnabend, unter den Pfiffen von knapp 200 Tierschützern, die Zuschauer auch schon mal als «Menschenmüll» titulieren, die Tore zu Hermann Nitschs 138. Aktion des Orgien-Mysterien-Theaters.

Um die Formel des Drei-Tage-Spiels zu halten, gab es bereits am Vorabend der Aktion ein sinfonisches Vorspiel unter der Leitung von Andrea Cusumano. Nitschs Komposition setzt dabei auf lange dröhnende Elemente, die blitzartig, aber gerne unter heftigem Percussionseinsatz ...

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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Magazin: Orgie, Seite 71
von Torben Ibs

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