Generalstabsmäßiger Blutrausch
Eigentlich ist zu Hermann Nitsch wohl alles gesagt und geschrieben, doch bei dieser Ostdeutschlandpremiere wurden noch einmal alle Register gezogen. Das Spektakel begann Wochen vorher. Aufgeschreckt von einer Online-Petition befand Leipzig sich in diskursivem Ausnahmezustand zwischen Kunstbefürwortern und Tierrechtlern – wilde Online-Beschimpfungen inklusive. Eine Podiumsdiskussion ging nach Punkten klar an Chefdramaturg Uwe Bautz, aber bis kurz vor Beginn blieb unklar, ob das Spektakel stattfinden könne.
Oberbürgermeister Burkhard Jung wies Intendant Sebstian Hartmann sogar per SMS an, die Aufführung abzusagen. Doch die Freiheit der Kunst konnte sich gegen das Veterinäramt durchsetzen. Und so öffnen sich an einem schönen Juni-Sonnabend, unter den Pfiffen von knapp 200 Tierschützern, die Zuschauer auch schon mal als «Menschenmüll» titulieren, die Tore zu Hermann Nitschs 138. Aktion des Orgien-Mysterien-Theaters.
Um die Formel des Drei-Tage-Spiels zu halten, gab es bereits am Vorabend der Aktion ein sinfonisches Vorspiel unter der Leitung von Andrea Cusumano. Nitschs Komposition setzt dabei auf lange dröhnende Elemente, die blitzartig, aber gerne unter heftigem Percussionseinsatz ...
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Theater heute August/September 2013
Rubrik: Magazin: Orgie, Seite 71
von Torben Ibs
Aachen, Grenzlandtheater
18.8. Goethe, Wahlverwandtschaften
R. Jens Pesel
26.9. Higgins, Harold und Maude
R. N.N.
Aachen, Theater
19.9. Daisey, Agonie und Ekstase des Steve Jobs
R. Jens Dierkes
20.9. Woolf, Orlando
R. Paul Georg Dittrich
22.9. Shakespeare, Hamlet
R. Christina Rast
Aalen, Theater der Stadt
28.9. Riml, Der Junge auf dem Baum (DE)
R. Winfried Tobias
28.9. Hornby,...
«Wenn Sie in den sonnigen Süden reisen möchten, wählen Sie die Eins. Möchten Sie in die Alpen reisen, wählen Sie die Zwei.» Mein Ritt durch die karge Berglandschaft der Pyrenäen führt mich und mein Maultier schon nach wenigen Wahlmöglichkeiten in eine Sackgasse: Wir sind in einer Höhle gestrandet, und mein Begleiter – «Wenn Sie mit dem Maultier sprechen möchten,...
Die Verleihung des Theaterpreises Berlin an Jürgen Holtz fand natürlich nicht im Deutschen Theater statt, wie im letzten Heft gemeldet, sondern im Haus der Berliner Festspiele. Wir bitten die verwechselten Bühnen ausdrücklich um Entschuldigung.
