Gekommen um zu bleiben

In der internationalen Opern- und Tanzszene wird schon länger gestreamt, doch dank Corona holt nun auch das Sprechtheater auf. Eine Reportage über neue entstehende vierte Sparten, digitale Dramaturgien und neue Zuschauer*innen.

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Seit einem Jahr sind die Theater, Opern- und Tanzhäuser fast durchgehend geschlossen – und haben sich darauf umgestellt, online zu senden. Als neue Normalität lehnen viele Theatermenschen das ab: «Wir sind des Streamens müde», dieser Stoßseufzer ist oft zu hören. Das Theater hängt an der physischen Kopräsenz und sehnt sich danach, zu ihr zurückzukehren, sein Publikum live zu treffen in dunklen Räumen, in denen Handys ausgeschaltet werden und die Konzentration einkanalig auf die Bühne gerichtet wird.

Dabei ist in diesem pandemischen Streaming-Jahr durchaus einiges Neues, ja Zukunftsweisendes entstanden – und Online-Pioniere ernten die Früchte ihrer Arbeit.

Die größte Entwicklung hat die Sprechtheater-Sparte durchgemacht, die vor der Pandemie am wenigsten über die Aufzeichnung und Ausstrahlung ihrer Produktionen nachgedacht hatte. Spätestens die zweite Welle der Pandemie zwang die Theater dazu, ihr Online-Angebot zu professionalisieren, und prompt stieg die Qualität. Häuser, die sich – wie das Berliner Ensemble, die Schaubühne oder das Theater an der Ruhr – dafür entschieden, so wie schon im ersten Lockdown weiterhin aus dem Archiv zu streamen, gruben immer tiefer in ihrer ...

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Theater heute Mai 2021
Rubrik: Streaming, Seite 24
von Sophie Diesselhorst

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