Geduldsproben
Okay, die Hoffnung stirbt zuletzt. Das gilt auch für ein Interview mit Benjamin Millepied. Zweimal hat er den Termin verschoben. Sicher ist nur, dass er an diesem Abend die Vlaamse Opera in Antwerpen betreten wird, um mit «Bach Studies» seine neueste Choreografie aus der Taufe zu heben. Zwei Tage vorher, bei der Generalprobe, war er noch allerbester Stimmung.
Thronte in der Mittelloge des ersten Rangs, unterhielt sich angeregt mit dem Ballettmeister, zeterte «Bullshit», als das Orchester recht geräuschvoll den ohnehin schon störend illuminierten Graben verließ, krittelte an dem einen oder anderen Kostüm aus dem Hause Ermenegildo Zegna herum – und ließ sich doch die Laune nicht verderben. Die tags darauf angesetzten Journalistengespräche scheinen ihm aber zu später Stunde das Gemüt verdunkelt zu haben. Der Pressemann der Vlaamse Opera – ein Herr von bewundernswerter Geduld! – übermittelt Storno No 1: «Treffen einen Tag später,- 6 p.m.» Also zwei Stunden vor der Premiere? Wenn das mal gutgeht. Folgt Storno No 2: Aus 18 Uhr soll 19 Uhr werden – genau sechzig Minuten, bevor der Vorhang hochgeht?! «Bitte nicht, das wird zu knapp.» Der Journalistin steht der Angstschweiß auf der Stirn. ...
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Tanz August/September 2019
Rubrik: Menschen, Seite 20
von Dorion Weickmann
Fortbildungen
«Creating Dance in Art and Education – Tanzpädagogik und Choreografie», Berlin
Berufsbegleitende Weiterbildung der TanzTangente Berlin in Kooperation mit dem Berlin Career College der Universität der Künste Berlin
Infoveranstaltung am 30. Okt. in der Tanz Tangente
Anmeldefrist: 1. November
www.udk-berlin.de
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst...
Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Jérôme Bel mit «Nom donné par l’auteur» begann, Tanzgeschichte zu schreiben. Ab 1994 setzte sich der ehemalige Tänzer der Kompanie von Angelin Preljocaj in seinen Stücken mit theoretischen Fragen auseinander, insbesondere mit der Beziehung zwischen Autor, Werk und Zuschauer. Die einen befanden, Bel erweitere den Blick auf den...
CD des Monats: Magna Sequentia
Eine «große Tanzsuite» sucht man im Bach-Werke-Verzeichnis vergeblich. Es gibt gleich sechs Partiten, jede Menge Suiten. Aber eine «Magna Sequentia», deren ersten Teil uns Sonia Rubinsky hier vorstellt, hat Johann Sebastian Bach nie komponiert, und doch handelt es sich dabei um keinen Etikettenschwindel. Die brasilianische Pianistin...
