Stuttgart: Kenneth Macmillan/Jürgen Rose «Mayerling»

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So dunkel und düster war ein Ballett noch nie. Ganz in Schwarz gekleidet hat Jürgen Rose das Vorspiel, das in Wirklichkeit eine Rückblende ist. Während dichte Nebelschwaden über den Friedhof von Heiligenkreuz ziehen, wird in aller Eile und ohne jede Würde Mary Vetsera zu Grabe getragen. Ein einziges Gebet des Priesters, ein flüchtiges Beileid im Vorübergehen – und schon ist der nächtliche Spuk vorbei. Gerade so, als habe er nie stattgefunden.

Dann wird erst einmal gefeiert, und zwar die Hochzeit jenes österreichischen Kronprinzen Rudolf, der 1889 auf dem Jagdschloss «Mayerling» nicht nur seine Geliebte – eben Mary Vetsera – erschießen, sondern seinem eigenen Leben ein Ende setzen wird. Kein Geringerer als Kenneth MacMillan hat das Geschehen 1978 an Covent Garden choreografiert, als Handlungsballett in drei Akten, das sich zwar immer wieder an den historischen Ereignissen orientiert, aber eigentlich eher deren Beweggründe erforscht. Und die lassen sich weniger in politischen Konstellationen fassen, die auf der Ballettbühne allzu leicht etwas unfreiwillig Komisches haben, als in großangelegten, tiefenpsychologisch grundierten Pas de deux: Ausdruck überaus komplexer ...

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Tanz August/September 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz

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