Game over
Die Leute strengen sich einfach nicht ausreichend an. «Unter Druck entstehen Diamanten», weiß der gegelte Businesstyp vom «Hanseatischen Kaufmannsbund» (Rune Jürgensen), der einen Preis für vorbildliches Engagement im Rattenrennen an den Autor Olivier David verleihen will. «Jeder kann es schaffen!», beschwört er den Leistungsgedanken, und David ist dafür das beste Beispiel, denn: Der kommt aus prekären Verhältnissen im Plattenbauviertel Steilshoop auf die Bühne des Ernst Deutsch Theaters.
Die Preisverleihung erweist sich dann freilich als – leicht holzhammerhafter – kabarettistischer Einstieg in Davids autobiografisches Memoir «Keine Aufstiegsgeschichte – warum Armut psychisch krank macht»: Statt des Autors entert das restliche Ensemble die Bühne und erzählt vom Überlebenskampf am Rande der Gesellschaft, im Stile eines Computerspiels, bei dem die verbleibenden Leben schnell weniger werden. Game over. Seit Herbst leiten Ayla Yeginer und Daniel Schütter das Ernst Deutsch Theater, das mit 743 Plätzen größte private Sprechtheater der Republik. Personelle Kontinuität also, ist Schütter doch der Sohn von Vorgängerintendantin Isabel Vértes-Schütter, und die ist die Witwe von ...
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Theater heute April 2026
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Falk Schreiber
17.4./FREITAG 12.10, 3sat:
Neele tanzt ihr Leben Reportage von Anne Thiele, Deutschland 2024
Neele Buchholz ist Schauspielerin und Tänzerin. Sie wirkt in Fernsehfilmen, Kinoproduktionen und Bühnenauftritten mit. Dabei hat Neele besondere Herausforderungen zu bewältigen. Sie hat das Down-Syndrom. Der Film erzählt die Geschichte einer Frau, die sich bewusst gegen den...
Die Best-of-Festivals im Mai – das Berliner Theatertreffen und die Mülheimer Stücke! Mit Programmen, Gegenvorschlägen – und Porträts: Guido Lamprecht performt ein Fünf-Stunden-Solo mit Michel Houellebecqs «Serotonin»; Paulina Alpen zelebriert Thomas Melles manisch- depressive Selbsterfahrung aus «Welt im Rücken»
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Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 67....
Millionendorf, Isar-Athen, Schicki-Micki-Weltstadt mit Herz, aber auch einst «Hauptstadt der Bewegung» und immer wieder Schauplatz rechtsterroristischer Anschläge – kaum eine Großstadt kokettiert so sehr mit ihrer komplizierten Vergangenheit und der Hass-Liebe zu sich selbst und macht sich dabei auch gern mal ein bisschen wichtiger, als sie von außen betrachtet...
