Gänsehaut im Eiskeller

Zum zwanzigsten Mal «Theaterformen», dieses Jahr in Braunschweig.

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Am Ende spucken die Tauben Krümel auf den Boden, saugt der Springbrunnen Wasser ein, verlassen die Zuschauer rückwärts im Gänsemarsch das Theater, das ein Kino ist. Der niederländische Zuschauerverzauberer Dries Verhoeven schickt etwa zwanzig Zuschauer auf eine Reise in die zukünftige Vergangenheit.

Man trifft sich neben einer Tiefgarageneinfahrt, geht schweigend im Gänsemarsch über den Platz vor dem Schloss mit Einkaufszentrum, vorbei an Punks, die sich anfangs noch wundern über diese merkwürdige Prozession, und tritt in einen schwarzen Kasten ein – ein win­ziges Kino mit drei Reihen Plüschsitzen und einer Leinwand in Richtung Schlossplatz.

Darauf ist ein Film aus weit entfernter Zukunft zu sehen. Auf Mandarin, der womöglich kommenden Weltsprache, erzählt eine Frauenstimme vom Urknall, dem Beginn der Zeit und der Entstehung des Menschen. Man muss die Untertitel lesen, um zu verstehen, was sie meint, aber das Lesen stört weiter nicht, denn auf der Leinwand ist nur zu sehen, was der Zuschauer schon kennt: der Platz vor dem schwarzen Kinokasten, Frauen mit Einkaufstaschen, Mütter mit Kinderwagen, Skater, Punker, Liebespaare Hand in Hand. Schnell kommt die chinesische Erzählerin vom ...

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Theater heute August / September 2010
Rubrik: Festival, Seite 85
von Roland Meyer-Arlt

Vergriffen
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