Futur gestern
Man stelle sich vor, die Erde wäre 500 Jahre weiter und alle Unzulänglichkeiten der gegenwärtigen Weltlage in einem futuristischen «Bestland» gelöst. Rebekka Kricheldorfs Brave New World sieht zu diesem Zweck ein staatlich verordnetes Gleichheitsregime vor, mit dem verglichen jeder vergangene Einheitssozialismus ein hemmungsloser Individualisierungsexzess war.
Einzige Abwechslung für die restlos gleichgeschalteten Bestländer bietet eine jährliche landesweite Lotterie, deren Gewinner mit einem grünen Pass glücksgestraft werden, der lebenslange absolute Freiheit garantiert – einschließlich das Recht auf Mord und Totschlag.
In «Neues Glück mit totem Model» werden dann einige prototypische Verhaltensweisen der schrankenlosen Freiheitsopfer vorgeführt: Der Vorjahressieger ergötzt sich an autistischem
Narzissmus, seine Vorgängerin an fanatischem Gutmenschentum. Etwas härter ist der aktuelle Supermann Don Mond drauf. Nach Phasen von Konsumrausch und Askese verfällt er auf Sex mit der attraktiven nationalen Nachrichtensprecherin Nadja Nadja, die dergleichen allerdings schon bis zum Überdruss gewohnt ist. Um ihr etwas zu imponieren, wird sie dann mit der Kettensäge zerlegt – und weil’s so ...
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