Fun ist ein Schaumbad
Vier Tage vor der Premiere sprach der ehemals wilde Mann ein zu Herzen gehendes Wort zum Sonntag. Der «fünffache Papa» Frank Castorf, lange nach eigenem Bekunden im «Tagesspiegel»-Gespräch ein «Rabenvater», erwähnte sein «wachsendes Bedürfnis, sich zu verändern». Hat er etwa deshalb jetzt sein erstes Märchen inszeniert und gar nicht, um den Autor Hans Christian Andersen zum 200. Geburtstag zu ehren?
Kaum. Die Volksbühne hatte vorgewarnt: Die «märchenüblichen pornographischen Elemente» stünden dem unbegleiteten Besuch Minderjähriger unbedingt entgegen.
Und auch der Umstand, dass Castorf das Andersen-Märchen schon im Titel ganz, ganz nah an sich selbst herangezogen hat, ließ kindliche Ausschweifung eher als väterliche Zuwendung vermuten. «Meine Schneekönigin» heißt der Abend zur Weihnachtszeit, und manch biographisches Castorf-Detail wurde eingebaut, wie der sporadische Kirchgänger der Zeitung preisgab: Onkel Paul zum Beispiel, der die Unterhose des kleinen Frank direkt am nackten Hintern glatt bügelte («ich hatte Brandblasen!»), Tante Helga, «ein vollbusiger Liz-Taylor-Typ», die den erkälteten Knaben mit Wick Vaporub einrieb, in Watte packte und mit Bandagen einschnürte – «etwas ...
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