Für immer Nazi

August Diehl überbrückt in Kirill Serebrennikovs Biopic «Das Verschwinden des Josef Mengele» drei Jahrzehnte im Leben eines Kriegsverbrechers

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Josef Mengele, der «Todesengel von Auschwitz», verschwindet nicht. Jedenfalls nicht von den Kinoleinwänden, wo ihn diverse renommierte Schauspieler immer wieder zum Leben erweckt haben, von Laurence Olivier 1976 in John Schlesingers «Marathon Man» über Gregory Peck 1978 in «Boys of Brazil», Götz George 1999 in «Nichts als die Wahrheit», ein fiktives Szenario um den alten Men -gele, bis zu Charlton Heston, der 2001 in «My Father, Rua Alguem 5555» nach Peter Schneiders umstrittenem Roman «Vati» ebenfalls den alten Mengele verkörpert, der von seinem Sohn Rolf aufgesucht wird.

In mehr oder weniger fiktiven Szenarios fantasieren sich diese Filme in Josef Mengeles Flucht durch Südamerika vor der (sehr spät einsetzenden) Strafverfolgung. Der Lagerarzt, der an der Rampe in Auschwitz Selektionen und grausame medizinische Versuche an Lagerinsassen vornahm, wurde nie gefasst. Offenbar eine faszinierende Leerstelle, in die sich manches projizieren lässt.

Dieser Versuchung ist auch der französische Journalist Oliver Guez in seinem 2018 erschienenen Roman «Das Verschwinden des Josef Mengele» erlegen. Den 30 Jahren von Mengeles Ankunft in Argentinien 1949 über seine Flucht nach Paraguay nach der ...

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Theater heute Oktober 2025
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt

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