Frankfurt/Main: Showpferdchen und Erklärbären
Wie ein aufgekratztes Showpferd galoppiert der Hypnotiseur herein, seine schwarzgoldgestreifte Weste spannt über dem Bauch. Sie ist, wie so vieles an diesem Abend, ein Zitat: ein Verweis auf einen verlorenen Glanz. Auf den Zauber, der dem namenlosen Hypnotiseur verlorenging. Doch er steht unter Vertrag und muss also weitermachen – oder zumindest so tun als ob. Denn um das gute alte «Als ob» geht es auch bei «An Oak Tree» von Tim Crouch, das der britische Dramatiker, Schauspieler und Regisseur nun am Schauspiel Frankfurt inszenierte.
Darin trifft ein Hypnotiseur, der vor drei Monaten ein Mädchen überfuhr und dem seither nichts mehr gelingt, auf den Kindsvater, der sich in seine Show schleicht. Ein typisch-britisches well-made Play, 2005 uraufgeführt, das das bekannte Drama von Kindstod, Schuld und Trauer anspielt – mit einem kleinen Kniff: Der oder die Schauspieler*in, die den Vater spielt, wechselt an jedem Abend und tritt ohne Proben auf. Dass sie nichts vom Stück und seiner Inszenierung wissen sollen, wie das Programmheft ansagt, klingt in der überinformierten Gegenwart allerdings wenig plausibel, steht dieses Wissen doch per Fingerwisch zur Verfügung.
Nun denn: Ein*e ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Esther Boldt
Bühnen – Klang – Welten», unter diesem Motto fand im November die 28. Euro-Scene in Leipzig statt, und sie produzierte gleich zu Beginn leichte Misstöne. Im Programmheft beklagte Festivalleiterin Ann-Elisabeth Wolff, dass wegen Kürzungen durch die sächsische Landesregierung zwei Produktionen weniger zu sehen wären. Dagegen verwehrte sich Staatssekretär Uwe Gaul,...
Die US-amerikanische Dramatik ist belagert vom Produktionsdruck der Theater. Theater in den USA sind Privatunternehmen, keine öffentlichen Institutionen, und öffentliche Förderung gibt es nicht, so dass sie ausschließlich auf Einnahmen und Spenden angewiesen sind. Das führt zu dauerhaft prekären Arbeitsbedingungen wie Probenzeiten von lediglich drei Wochen,...
Aachen, Da Theater
17. Abuelaish, Ich werde nicht hassen
R. Ernst Konarek
Aachen, Grenzlandtheater
28. Delaporte und de La Patellière, Alles was Sie wollen
R. Stephan Thiel
Aachen, Theater
11. Vekemans, Momentum
R. Jenke Nordalm
17. Linder, Supergutman
R. Matthias Fuhrmeister
19. Jelinek, Am Königsweg
R. Christian von Treskow
Altenburg/Gera, TPT
27. Gogol, Der Revisor
...
