Autorenförderung: Insel der Seligen
Die US-amerikanische Dramatik ist belagert vom Produktionsdruck der Theater. Theater in den USA sind Privatunternehmen, keine öffentlichen Institutionen, und öffentliche Förderung gibt es nicht, so dass sie ausschließlich auf Einnahmen und Spenden angewiesen sind. Das führt zu dauerhaft prekären Arbeitsbedingungen wie Probenzeiten von lediglich drei Wochen, schlechter Absicherung der Künstler und vor allem zu gefälligen Inszenierungen.
Innerhalb von drei Wochen lassen sich kaum anspruchsvolle oder außergewöhnliche Inszenierungskonzepte entwickeln, außerdem besitzt die Regie im US-Theater traditionellerweise nicht dieselbe Autorenschaft wie im deutschsprachigen Raum, so dass Autor*innen sich mit ihren Stücken nah am Bühnenerleben und -geschehen bewegen und quasi schon weitgehend vorinszenieren müssen. Schreiber, die in diesem Korsett gefangen sind, klagen häufig, dass Produzent*innen oder Dramaturg*innen nicht die Fähigkeit haben, Theaterstücke zu lesen, die aus dem Schema fallen, also z. B. unkonventionelle Notationen in theatrale Visionen zu verwandeln.
Der US-amerikanische Theaterwissenschaftler Todd London hat in seiner maßgeblichen Studie «Outrageous Fortune: The Life and ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Henning Bochert
Die Psychoanalyse sei eine der «erfolgreichsten Ideen» in westlichen Gesellschaften, schreibt die israelische Soziologin Eva Illouz in ihrem Buch «Saving the Modern Soul». Im Verlauf des 20. Jahrhunderts habe sie alle Bereiche der modernen Kultur durchdrungen und eine «völlig neue kulturelle Matrix» geschaffen, die «unser Verständnis vom Selbst und von anderen...
Als sie ihn sieht, erstarrt sie. Ihr Bruder Thomas Sankara trägt die charakteristische rote Kappe und Camouflage-Anzug, ein leichter Schweißfilm bedeckt sein Gesicht. Er blinzelt. Tränen treten in die Augen von Blandine, seiner jüngeren Schwester, heute 51 Jahre alt, Leiterin der Biofarm «Yelemani» (Veränderung). Sie überragt die Puppe um mehr als das Doppelte....
Zu ikonischer Prominenz hat es vermutlich nur der «Nachtmahr» gebracht. Das Gemälde, das ein kompaktes braunes Teufelchen auf der Brust einer etwas überstreckt dahingegossenen Schlafenden zeigt, flankiert von einem Rappenschädel mit glimmenden Augen, gilt als ein Vorzeigekunstwerk der Gothic Art. Tatsächlich täte man Johann Heinrich Füssli, dem Schweizer Schöpfer...
