Figurentheater: Maschine kann warten

Beim internationalen Figurentheatertreffen in Erlangen-Nürnberg spielt das Digitale nur ausnahmsweise eine prominente Rolle

Wie verhält es sich eigentlich mit der Quote bei den Puppen? Nein, hier wird nicht gefragt, ob die Parität gewahrt bleibt und endlich im selben Verhältnis männliche (also der Kasper zum Beispiel) und weibliche (etwa die Gretel) künstliche Wesen auf den Bühnen der Figurentheater vorkommen. Viel interessanter ist, wie sehr schon die digitale Welt in diesem doch immer ein wenig hermetischen Genre angekommen ist, das seit Menschen Gedenken die Gedanken der Menschen in spielerisch putzigen Szenen an Fäden und Stangen vorführte.

Also: hat der Roboter die Marionette verdrängt?

Wer vom Internationalen Figurentheaterfestival der Städte im Großraum Erlangen-Nürnberg kommt, kann bilanzieren, dass sich etwa ein Drittel der Künstler ausschließlich den neuen Medien widmet und digitale Fragen und Möglichkeiten in den Mittelpunkt der Arbeiten stellt. Das wirkt etwas schüchtern, verrät, dass man im Figurentheater noch weit davon entfernt ist, die modernen Techniken selbstverständlich einzusetzen: Lieber imitiert man hier nach wie vor die Wirklichkeit im Kleinen und Falschen mit klaren Wiedererkennungseffekten (Nikolaus Habjan mit «Böhm»), erweckt das Eigenleben von Alltagsdingen und analogen ...

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Theater heute Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Bernd Noack