Feuerwerk und Faltenwurf
Seit 1975 macht das Festival della Valle d’Itria in der süditalienischen Kleinstadt Martina Franca mit Unbekanntem, Ausgrabungen und ungewöhnlichen Fassungen geläufiger Werke von sich reden. Während das Publikum gerade den Spezialitäten-Zuschnitt des Programms schätzt – selbst aus Asien reisen immer mehr Besucher an –, ist die ideelle wie finanzielle Unterstützung durch die Politik spürbar geschrumpft. Dabei bescherte der 45.
Jahrgang unter dem Motto «Neapel und Europa: das goldene Zeitalter» wieder echte Entdeckungen wie ein von Nicola Porpora für den Barockstar Farinelli angerührtes Pasticcio
Anfang August scheint die Luft in Martina Franca tagsüber wie aus Blei gegossen, die Schritte in der Mittagshitze werden schwer. Die Arbeiter, die das eingerüstete Kriegerdenkmal an der Piazza Vittorio Veneto restaurieren, tun einem leid. Das Leben beginnt hier gegen 18 Uhr, wenn sich die albern werbenden Bars («Save water drink wine») und später die Restaurants an der Piazza Plebiscito mit der dem Heiligen Martin gewidmeten Basilika füllen. Gut, dass jetzt ein Lüftchen geht, Sonnenschirme schaukeln sanft. Auf diese Brise ist Verlass, wissen Einheimische, selbst in der Altstadt. Rund 430 ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Götz Thieme
Die Zahlen sind imponierend: 140 Tonnen schwer und 14 Meter hoch ist das Bühnenbild zu Verdis «Rigoletto» auf der Seebühne Bregenz. Acht Millionen Euro ließen sich die Festspiele am Bodensee diese Kulisse kosten – und erfüllten damit erneut die an sich selbst gestellte zentrale Forderung: Open-Air-Spektakel mit höchstem Schauwert anzubieten. Drinnen im...
Frau Gürbaca, in seiner Studie über Luigi Cherubinis «Medée» vertritt Günter Ned die folgende These: «Im Augenblick, wo der Künstler ans Leben glaubt, verliert er die Kunst, und sie verlässt ihn.» Geben Sie ihm recht?
Im Gegenteil. Der Künstler muss, um Kunst machen zu können, leidenschaftlich im Leben stehen. Woher nimmt man sonst die Inhalte, wenn nicht aus dem,...
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich...
