Aufgedreht

Verdi: Ernani
Tschaikowsky: Pique Dame
Heidenheim | Opernfestspiele

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Giuseppe Verdis «Ernani» ist eine äußerst krude Geschichte um Liebe, Verrat, Verschwörung und Rache, deren geringe Plausibilität eine größere Verbreitung verhindert hat. Dabei besitzt Verdis fünfte Oper musikalisch schon fast alles, was die späteren Werke auszeichnet: herrliche Melodien, eine raffinierte Instrumentierung und eine schon recht differenzierte Auslotung von Charakteren und Stimmungen.

Der Dirigent Marcus Bosch hat sich mit seinem Projektorchester Cappella Aquileia für die Opernfestspiele in Heidenheim an der Brenz einen idealen Klangkörper für seine verdienstvolle, langfristig angelegte Erkundungsreise in die Klangwelt des frühen Verdi geschaffen. Im vergangenen Jahr wurden «Nabucco» und «I Lombardi» aufgeführt, diesmal war «Ernani» an der Reihe, 2020 geht es mit «I due Foscari» weiter, zusammen mit einem «großen» Verdi: «Don Carlo».

Im Festspielhaus, dem Congress-Centrum, wird gerne leidenschaftlich gesungen und eifrig forciert. Bei den beiden Vorstellungen von «Ernani» sangen sich die Solisten die Seele aus dem Leib. Sung Kyu Park drehte als Titelheld, der sich wundersamerweise vom Banditen zum Herzog wandelt, mit kernig-metallischem Timbre von Anfang an mächtig ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Josef Oehrlein

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