Festival: Nacktheit, Nipplepads, shocking!

Das Internationale Sommerfestival Hamburg legt auf Kampnagel seinen Fokus auf die kanadische Musikerin und Performerin Peaches

Die Marching Band marschiert. Der Trapezartistin Empress Stah glitzert ein Laserstrahl aus der Vulva. Der Stuttgarter Balletttänzer Louis Stiens macht ein paar neoklassische Figuren als glatthäutiges Objekt der Begierde. Und dann wummert der Soundtrack los, «Cut», dunkler Electroclash mit Trap-Elementen, aufgefrischt durch Bläsereinsätze. Und drängt die szenischen Elemente von Peaches’ im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel uraufgeführter Revue «There’s Only One Peach With The Hole In The Middle» in den Hintergrund.

Der Kollege Till Briegleb mäkelt in der «Süddeutschen Zeitung», dass sich das Internationale Sommerfestival Hamburg unter der Leitung von András Siebold immer mehr vom Theater ab- und der Musik zuwenden würde. Tatsächlich gibt es beim zweiwöchigen Festival einen starken Konzertaspekt. Nur: Neben Theater, Tanz, Theorie und Bildender Kunst war dieser immer schon ein zentrales Element von Siebolds kuratorischer Arbeit. Und: Einen inhaltlichen Bezugspunkt bildet ebenfalls seit Jahren queere Sexualität, die mit Party und Popkultur ziemlich gut erfasst werden kann. So abwegig ist es also nicht, dass viele Festivalauftritte unter dem Label «Musik» verschlagwortet sind.

Peaches ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Falk Schreiber