Festival: Nacktheit, Nipplepads, shocking!
Die Marching Band marschiert. Der Trapezartistin Empress Stah glitzert ein Laserstrahl aus der Vulva. Der Stuttgarter Balletttänzer Louis Stiens macht ein paar neoklassische Figuren als glatthäutiges Objekt der Begierde. Und dann wummert der Soundtrack los, «Cut», dunkler Electroclash mit Trap-Elementen, aufgefrischt durch Bläsereinsätze. Und drängt die szenischen Elemente von Peaches’ im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel uraufgeführter Revue «There’s Only One Peach With The Hole In The Middle» in den Hintergrund.
Der Kollege Till Briegleb mäkelt in der «Süddeutschen Zeitung», dass sich das Internationale Sommerfestival Hamburg unter der Leitung von András Siebold immer mehr vom Theater ab- und der Musik zuwenden würde. Tatsächlich gibt es beim zweiwöchigen Festival einen starken Konzertaspekt. Nur: Neben Theater, Tanz, Theorie und Bildender Kunst war dieser immer schon ein zentrales Element von Siebolds kuratorischer Arbeit. Und: Einen inhaltlichen Bezugspunkt bildet ebenfalls seit Jahren queere Sexualität, die mit Party und Popkultur ziemlich gut erfasst werden kann. So abwegig ist es also nicht, dass viele Festivalauftritte unter dem Label «Musik» verschlagwortet sind.
Peaches ...
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Theater heute Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Falk Schreiber
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