Festival: Lächeln überm Abgrund
Ein Theater zur Demokratie ist ein Theater der Biografien in ihren politischen Kontexten», schrieb Chefdramaturg Ludwig Haugk dem Festival «Uniting Backgrounds» ins Programmheft – und wahrscheinlich bildet kein anderer Satz so passgenau auch die Programmatik des ganzen Theaterprojekts Maxim Gorki seit dem Beginn der Intendanz Shermin Langhoff/Jens Hillje ab.
Bereits in der Nachwendezeit warnten nachdenkliche Stimmen in Deutschland, das Scheitern des realsozialistischen Projekts werde auch die bis dato zweifelsfreie (Selbst-)Legitimierung der westlichen Demokratien als Gegenmodell in Frage stellen und den Projektionsfeldern «Nation» und «Religion» zu neuer Konjunktur beim individuellen Identitätsmanagement verhelfen. Mittlerweile ist das Paradox als Krise greifbar: Während sich das Demokratieversprechen weltweit allergrößter Beliebtheit erfreut und zumindest in der politischen Rhetorik beinahe als universell gelten darf, belegen die Umfragestatistiken in den bis vor kurzem noch konsolidiert geglaubten Demokratien einen grassierenden Vertrauensschwund besorgter Bürger*innen in ihre Institutionen – verbunden mit der zunehmenden Angst vor neuen, supranationalen ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Anja Quickert
Jede Bühnenästhetik ist ein Statement, sie sagt etwas über die Welt. In den Augen des Duos Pinter/Kruse war sie noch nie ein schöner Ort, sie war düster, bedrohlich, abgründig und paranoid. Wenn bei Pinter das Reale ins Surreale kippte, wurde es ungemütlich. Entgegenzusetzen war dem allenfalls das Rockige, dezidiert Ungebundene. Finster blieb es.
Das kleine Duo...
figuren:
?????
ältester
aphrodite
asia
bernhard frerking
eduard wintermayer
erik
erzähler
europa
eyolf
funk
gerhard resinger
heinrich
heinrich schnee
heinrich severloh
hera
herbert jahnkuhn
jupiter
lautsprecher
legionär 1
legionär 2
legionär 3
lothar von trotha
ludwig von estorff
scipio
styr
theodor leutwein
Þorbjörn
verena föda
walther
zeus
doppelbesetzungen...
So viel Etikettenschwindel war schon lange nicht mehr. «Wunderbare Jahre» behauptet der Buchtitel; der leere rote Plastikstuhl allerdings, der darunter ins Bergmassiv blickt, könnte zu denken geben. Doch dann kommt der Klappentext und spinnt weiter: Wunderbare Jahre waren das angeblich, «als wir noch die Welt bereisten», «schön, abenteuerlich, romantisch». Und...
