Falsch verbunden
Es ist eines der schönsten und verrücktesten Theaterprojekte unserer Tage: In der auf zehn Teile angelegten Performancereihe «Life and Times» bringt die New Yorker Gruppe Nature Theater of Oklahoma seit 2009 die Lebensgeschichte einer jungen Frau auf die Bühne.
Basis für das epochale Unterfangen sind zehn Telefonate, die 2007 mit der damals 34-jährigen Musikerin Kristin Worrall, einem Mitglied der Gruppe, geführt wurden. Das Transskript jedes Telefonats liefert das Textmaterial für je eine Episode. Zum Konzept gehört auch, dass in jedem Teil eine andere Kunstform zum Einsatz kommt.
Am Ende sollte «Life and Times» dann in einer Gesamtaufführung gipfeln, die wohl mindestens einen ganzen Tag lang dauern würde.
Schweren Herzens getrennt
Ob es so weit kommt, ist inzwischen allerdings sehr fraglich. Das Nature Theater of Oklahoma hat seinen wichtigsten Partner verloren: das Burgtheater. Die ersten vier Episoden waren im Kasino uraufgeführt worden, und die Kooperation sollte fortgesetzt werden. Aber dann ist im Burgtheater die Krise ausgebrochen. Kelly Copper, die das Nature Theater gemeinsam mit Pavol Liska leitet, erinnert sich, dass im November 2013 auf einmal niemand mehr erreichbar ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 63
von Wolfgang Kralicek
Sie kommen aus dem Norden. Die Grenze ist löchrig, und Schlepperbanden besorgen den Rest: zu Fuß, über das Land, herunter vom Hochplateau, aus den angrenzenden Nachbarländern Zimbabwe, Mosambik, Angola, aus Zentralafrika, dem Kongo, aber auch aus dem Nordwesten, Senegal, Elfenbeinküste.
Sie kommen aus dem Süden. Zu Fuß, durch die Wüste, überqueren Landesgrenzen des...
Was für eine nette Familiengeschichte: Oma muss in jungen Jahren eine eiserne Nazisse gewesen sein, die noch eine Woche vor Kriegsende in der österreichischen Provinz dafür gesorgt hat, dass ein junger Wehrmachtssoldat, der laut ans Desertieren dachte, standrechtlich hingerichtet wurde. Ein Jahr später wurde sie dafür zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach hat...
Mit der Eintrittskarte zum Theaterprojekt «The Cherry Orchard» erhalten die Besucher einen weißen Mundschutz. In Tokio sind diese Masken alltäglich, nicht nur in der Grippezeit und im Verkehr. Auffallend viele junge Frauen, aber auch Männer schützen sich damit – nicht nur vor Abgasen und Viren, sondern auch vor Blicken. Manche sparen mit der Maske auch das Make-up,...
